Speyer
Bolzplatz am Eselsdamm: Fußball spielen auf Schotter und Kot
Mehrere Kinder hätten sich beim Spielen auf dem Bolzplatz schon verletzt, berichtet Gerhard Spieß. Ursache dem Rentner zufolge: „Zahlreiche Schottersteine ragen aus dem Boden heraus.“ Über sie könnten die Kinder leicht stolpern oder drauffallen – die Gefahr für Stürze und Verletzungen sei groß. Spieß ist „ernsthaft besorgt und unzufrieden über den gegenwärtigen Zustand des Bolzplatzes“.
Der Speyerer ist Opa eines der Kindes des „FC Eselsdamm“. In der Freizeitgruppe haben sich zehn Kinder aus der Speyerer Altstadt zusammengefunden. Zweimal in der Woche – wenn das Wetter mitspielt – versammeln sich die Fußballbegeisterten, um sich für etwa 90 Minuten beim Sport auszutoben. „Erfreulich“ findet der Rentner, dass die Kinder gemeinsam im Freien spielen – wenn da nicht die Sache mit den Schottersteinen wäre. Und Spieß sei nicht der Einzige, der unzufrieden ist: „Auch die Eltern und Kinder sind zutiefst beunruhigt über die Mängel“, versichert er.
Zu wenig für Bolzplätze getan?
Die Ballspielanlage am Eselsdamm hat Spieß zufolge allerdings noch ein weiteres Problem: Sie sei „massiv von Hundekot verschmutzt“. Die Mängel am Bolzplatz sind für Spieß kein Einzelfall. Vielmehr seien sie Folge einer insgesamt missglückten Freizeitpolitik der Domstadt: 30 Jahre lang habe die Stadtverwaltung die heimischen Bolzplätze stiefmütterlich behandelt. Und in einer Bürgerbefragung im Jahr 2022 hätten viele Bürger rückgemeldet, die Stadt müsse die Fläche am Eselsdamm ausbessern – aus seiner Sicht ist das noch nicht erfolgt. Spieß fordert die Stadtverwaltung auf, „unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, um die Probleme am Eselsdamm zu beheben“. Ein attraktiver Bolzplatz an dieser Stelle sei für die Gemeinschaft wichtig, ist der Rentner überzeugt.
Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) widerspricht dem auf Anfrage nicht: „Der desolate Zustand dieses Bolzplatzes ist uns selbst schon seit letztem Jahr mehr als bekannt.“ Bisher habe man stets versucht, ihn mit Füllmaterial auszubessern. Dies sei jedoch „langfristig nicht zielführend“ gewesen, räumt die Stadtchefin ein: Große Schottersteine bahnten sich immer wieder ihren Weg nach oben.
Naturspielfeld ist keine Sportanlage
Verwaltungssprecherin Annika Roth verweist auf Anfrage auf eine begriffliche Unterscheidung: „Bei dem Bolzplatz handelt es sich nicht um eine Sportanlage, sondern dieser hat den Charakter eines Naturspielfelds“. Bei Sportanlagen seien die Vorschriften zur Instandhaltung strenger. Der aktuelle Zustand sei aber nicht tragbar, gibt die Stadt zu. Beim Hundekot appelliert sie an die Eigenverantwortung von Hundehaltern: „Diese sind generell dazu verpflichtet, die Hinterlassenschaften ihres Hundes ordnungsgemäß zu entsorgen.“ Auf der Ballspielanlage am Eselsdamm sei es verboten, Hunde mitzuführen.
Die Verwaltung versichert, Abhilfe zu schaffen. In den nächsten Monaten soll einiges am Gelände ausgebessert werden. Roth: „Der anstehende verunkrautete Belag wird abgeschält, ein neuer Aufbau mit einer wasserdurchlässigen Deckschicht hergestellt.“ Außerdem spendiere die Kommune dem Bolzplatz neue Tore. Im Frühsommer sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, teilt die Stadtsprecherin mit.
