Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Bistum investiert: Pfarrhaus St. Bernhard wird saniert

Unverändert: Die Fassade des Pfarrhauses von St. Bernhard wird nicht angetastet, doch das Innere des Gebäudes wird grundsaniert.
Unverändert: Die Fassade des Pfarrhauses von St. Bernhard wird nicht angetastet, doch das Innere des Gebäudes wird grundsaniert.

Container voll Schutt und Fahrzeuge von Handwerkern vor der Tür: Das Pfarrhaus der Friedenskirche St. Bernhard am Hirschgraben wird grundsaniert. Laut Bistum sollen im Erdgeschoss Büroflächen entstehen, das Obergeschoss werde künftig als Mietwohnung genutzt. Kostenpunkt der Baumaßnahme: rund 600.000 Euro.

Das Bistum erklärt die Höhe der Summe damit, dass sich das im Jahr 1954 errichtete Pfarrhaus „noch weitgehend im bauzeitlichen Zustand“ befinde. Gebaut worden war es zusammen mit der Kirche St. Bernhard als Zeugnis der deutsch-französischen Aussöhnung. Finanziert wurde das Ensemble durch Katholiken aus beiden Ländern.

Seit Anfang der 1990er-Jahre diente das Pfarrhaus als Unterkunft für die letzten beiden Patres der Spiritaner, die schließlich im Sommer 2021 Speyer verließen. Zuvor hatte der Orden 99 Jahre lang vor Ort gewirkt und sein geistliches Zentrum in der St.-Guido-Kirche gefunden. Infolge von Nachwuchsmangel zogen sich die Brüder nach und nach aus der Domstadt zurück.

Bundesweite Beachtung fand das Pfarrhaus im vergangenen Jahr, weil die Video-Kamera, die das Grab des Altkanzlers Helmut Kohl im benachbarten Adenauerpark überwachte, von der Wohnung im Pfarrhaus aus mit Strom versorgt wurde. Die Stadt ließ die Kamera Ende November gegen den Willen von Kohls Witwe Maike Kohl-Richter entfernen.

Nach dem Auszug der Spiritaner gehe es vor einer Neubelegung um eine grundlegende Instandsetzung des Gebäudes, so das Bistum. Die sanitären Anlagen und die haustechnischen Installationen stammten noch weitgehend aus den 1950er-Jahren, die ursprünglichen Boden- und Wandbeläge seien „stark abgenutzt und sanierungsbedürftig“.

Auch die Warmwasserbereitung müsse modernisiert werden, die vorhandene Ölheizung werde gegen eine Wärmepumpe getauscht. „Zur energetischen Ertüchtigung des Gebäudes ist der Austausch der Fenster und die unterseitige Dämmung der Kellerdecke sowie Dämmung der obersten Geschoßdecke vorgesehen“, teilt das Bistum mit. Bestehende Wärmebrücken im Außenmauerwerk würden beseitigt. An der Fassade des denkmalgeschützten Gebäudes, das der Speyerer Architekt Ludwig Ihm nach dem Vorbild schlichter Zisterzienserklöster entworfen hatte, werde nichts verändert.

x