Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Baustellenbesuch: Wie rund um die B39-Ampel gearbeitet wird

Seit sechs Jahren provisorisch: Ampel an der B39.
Seit sechs Jahren provisorisch: Ampel an der B39.

Auf der B39 zwischen Speyer und Dudenhofen wird derzeit gearbeitet: Eine feste Ampelanlage soll das Provisorium ersetzen. Ein Baustellenbesuch.

Der Betonmischer trifft pünktlich auf der Baustelle ein. Auf der Rückseite des Lasters fährt eine Rutsche aus. Dann dauert es einen Moment, bis sich der Mischer dreht und der Beton auf den Fahrradweg in der Dudenhofer Straße fließt. Erst ein paar Kleckse, dann nach und nach mehr. Der Laster fährt dabei in Schrittgeschwindigkeit los. Eugen Kaiser ist zufrieden. „Da kann man ein paar Meter machen“, sagt der Planierer der ausführenden Asphaltbaufirma Gerst & Juchem aus Edenkoben. Mit vier Mann ist er seit rund einem Monat am Speyerer Ortsausgang in Richtung Dudenhofen zugange.

Das Ziel steht noch ein paar Meter weg von dort, wo an diesem Dienstagvormittag gearbeitet wird. Die provisorischen Ampeln, die den Verkehr regeln, sollen durch festinstallierte Anlagen ersetzt werden. Sie stehen seit 2019 und haben sich laut dem zuständigen Landesbetrieb Mobilität (LBM) bewährt. „Besonders für die Linksabbieger ist es eine Verbesserung“, erklärt Dominik Schardt vom LBM. Der Umbau zur festen Anlage hatte sich einige Zeit verzögert. Erst wegen eines längeren Personalausfalls beim LBM, dann war eine zweite Ausschreibung nötig.

Anschluss an Verkehrsrechner

Knapp 300.000 Euro kosten die Tiefbauarbeiten, rund 110.000 werden für die Telematik an den Ampeln fällig. Bezahlung und Verantwortung liegen beim LBM. Aber auch die Stadt Speyer ist an der Baustelle beteiligt, denn die Ampel soll an den kommunalen Verkehrsrechner angeschlossen werden: Die Lichtzeichenanlagen werden von städtischen Computern überwacht. „So können wir technische Fehler oder Ausfälle identifizieren“, erklärt Jörg Schaarschmidt von der Abteilung Verkehrstechnik. Zudem lasse sich bei Unfällen erkennen, welcher Verkehrsteilnehmer rot und welcher grün hatte.

Damit die Verbindung steht, müssen Strom- und Steuerungskabel gezogen werden. Der Anschluss kommt von der Ampel Freiherr-vom-Stein/Dudenhofer Straße ein kleines Stück weiter stadteinwärts. Leerrohre mit Kabeln führen unter dem Radweg an der Dudenhofer Straße hindurch, den die Asphaltexperten aus Edenkoben bei dieser Gelegenheit gleich auffrischen. „Verkehrssicherung aufstellen, Tiefbau, Straßenbau“, zählt Kaiser auf. Routine für die Firma, die aktuell mit einer Besonderheit am Fahrbahnrand beschäftigt ist. Weil der Radweg neu gemacht wird, wurde der seitliche Schutz abgebaut. „Die Schutzplanken waren der Teil, der die Böschung einigermaßen stabilisiert hat“, erklärt Schardt. Damit der Hang nicht abrutscht, setzt die Firma L-Steine, um ihn zu sichern. Damit sind gerade zwei Bauarbeiter – ausgestattet mit Wasserwaage, Metermaß und Kelle – beschäftigt. Sie haben noch ein paar Steine vor sich, kommen aber gut voran. Von Anwohnern seien sie für ihre Schnelligkeit gelobt worden, berichtet Kaiser.

Ein Rädchen greift ins andere

Der Fahrradweg ist laut den Verantwortlichen dabei noch der Abschnitt, bei dem es am längsten dauert. Die Montage der Ampel gehe dann schneller. Sie ist allerdings von einer anderen Baustelle in der Nähe abhängig – der LBM ist an mehreren Orten gleichzeitig tätig. Aktuell wird zum Beispiel ein Schlagloch unter Vollsperrung der B9-Auf- und -Abfahrt bei Römerberg/Speyer-Süd noch bis 16. Mai ausgebessert (siehe Zur Sache). Der Abschluss dieser Baustelle ist wichtig für den Fortschritt an der Ampel. Denn um die Fundamente der festinstallierten Anlage zu setzen, muss die Abfahrt von der B9 auf die B39 in Richtung Neustadt gesperrt werden. Beide Zubringer gleichzeitig zu sperren, könne für den Verkehr auf den Bundesstraßen fatal werden. Ein Baustellenrädchen muss ins andere greifen.

Die Ampelfundamente werden laut LBM auf den Grüninseln installiert. „Sie haben eine gewisse Aushärtungszeit“, erklärt Schaarschmidt. Rund drei Wochen dauere es, vorher könnten die Peitschenmasten nicht gesetzt werden. In einer möglichst kurzen Übergangszeit, während die festen Ampeln gesetzt werden, werde es dann keine Lichtzeichen an der B39 geben. Der Radweg an der Dudenhofer Straße ist dann schon längst wieder mit Beton ausgegossen.

Der Betonmischer hat seine Arbeit erledigt und sollte am Mittwoch noch einmal kommen. Während dieser Abschnitt in offener Bauweise erfolgt ist – also der Fahrbahnbelag abgetragen wurde – soll es danach in geschlossener Bauweise weitergehen. Mit einem Spezialmittel und per Spühlbohrverfahren wird der Weg für die Leerrohre und die Kabel unterirdisch freigemacht.

Präzisionsarbeit: Arbeiter setzen L-Steine.
Präzisionsarbeit: Arbeiter setzen L-Steine.
Beton fließt auf die Baustelle.
Beton fließt auf die Baustelle.
Baustelle: Kabelschacht.
Baustelle: Kabelschacht.
Begleiten das Projekt: Dominik Schardt, Jörg Schaarschmidt und Eugen Kaiser.
Begleiten das Projekt: Dominik Schardt, Jörg Schaarschmidt und Eugen Kaiser.
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