Speyer
Bahnübergang Schützenstraße: Weder Über- noch Unterführung
„Nicht finanzierbar.“ Das Urteil von Florian Benner war klar. Der Leiter der Tiefbauabteilung im Rathaus empfahl im Bau- und Verkehrsausschuss, in eine von der SPD angeregte Machbarkeitsstudie weder eine Über- noch eine Unterführung in der Schützenstraße einzubeziehen. Die Überführung würde einen fast 400 Meter langen Straßendamm zwischen Oberer Langgasse und Kämmererstraße erfordern, was nicht denkbar sei, zumal es für die Anwohner eher Nachteile bringen würde.
Ein Tunnel unter den Gleisen wäre zwar „technisch irgendwie machbar“, jedoch mindestens 30 bis 40 Millionen Euro teuer, so Benner. Er argumentierte auch historisch: Ob in den 1920er-, 60er-, 70er- oder 80er-Jahren: Immer wieder sei nach Lösungen gesucht worden, um den Bahnübergang zu beseitigen. Letztlich seien sie unter anderem wegen der Kosten nie umsetzbar gewesen. Sie reichten von einer Hochstraße im Ludwigshafener Stil bis zu einer Verlegung von Bahnstrecke und Bahnhof an den westlichen Stadtrand.
„Wäre Unfug“
„Es wäre Unfug, auf unserem Antrag zu beharren, wenn man sieht, dass es nicht finanzierbar ist“, sagte Henri Franck von der SPD. Seine Fraktion verzichtete auf die Schützenstraßen-Lösung und war sich darin mit den anderen Fraktionen einig. Breite Mehrheiten gab es hingegen für Benners Alternativvorschlag, eine Machbarkeitsstudie für kleinere Lösungen in Auftrag zu geben: eine Über- oder Unterführung der Gleise für Geh- und Radweg zwischen Paul- und Schützenstraße. Die Stadt rechnet für diese Untersuchung mit Kosten von gut 10.000 Euro und Ergebnissen im Lauf des zweiten Quartals 2025. Wenn auch der Stadtrat noch zustimmt, soll der Auftrag vergeben werden.
Eine Unterführung im Kämmerergebiet ist Teil der Planung für den eigentlich seit vielen Jahren beschlossenen Bahnhaltepunkt Süd, die die Stadt aber tief in die Schublade geschoben hat: Eine Realisierung ist momentan kein Thema. Die nun vorgesehene Machbarkeitsstudie soll die Umsetzbarkeit und optimale Position eines Fußgänger- und Radfahrer-Tunnels unabhängig davon prüfen.
Konkrete Ideen
Die Reaktionen der Politik waren positiv. „Möglichst nah an der Schützenstraße“, forderte die CDU für eine solche Lösung. Eine Verkehrslenkung, die Radeln attraktiver macht, erhoffen sich die Grünen. Der städtische Fahrradbeauftragte Karl-Heinz Hepper plädierte wegen des Sicherheitsgefühls und mit Verweis auf den Vogelgesang für eine Über- statt Unterführung. Die Freien Wähler forderten den Bau des Bahnhaltepunkts. Die Stadt bereitet unabhängig davon weitere Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung in der Schützenstraße vor, etwa eine spezielle Beschilderung oder Tempo 30.