Speyer Auwald-Rodung für U-Boot: Grüne kritisieren die Stadt

Schneise für den U-Boot-Transport: gerodetes Stück im Aus
Schneise für den U-Boot-Transport: gerodetes Stück im Aus

Scharfe Kritik an der Stadtverwaltung äußert Stadtratsfraktion der Grünen. Anlass ist die Rodung einer Fläche im Auwald am Naturhafen, um im Mai die Anlieferung eines U-Boots für das Technik-Museum zu ermöglichen. „Wir sind als Fraktion entsetzt über den fortgesetzt leichtfertigen Umgang mit den Naturgütern der Stadt Speyer zugunsten privater Interessen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Fraktion fordert einen Verzicht auf die geplante Anlandung: Die Stadt solle klarstellen, „dass eine Anlandung des U-Bootes oder anderer Kriegs- und sonstiger Ausstellungsstücke auf städtischen unbebauten Grundstücken aus rechtlichen Gründen nicht stattfinden wird“. Sollte es darüber Verträge der Stadt mit dem Museum geben, müssten diese storniert werden. Die entfernte Biomasse solle zurückgebracht werden, um die Regeneration des Waldbodens zu unterstützen.

Mit ihrer Genehmigung der Rodung auf rund 0,1 Hektar – von der Stadt zuvor als Rückschnitt angekündigt – gebe die Verwaltung ein „äußerst schlechtes Vorbild“ ab, so die Grünen. Ihre Kritik zielt auch auf die aus ihren Reihen stammende Beigeordnete Irmgard Münch-Weinmann als zuständige Umweltdezernentin. Der Fraktion zufolge wurde in einem Schutzgebiet erheblicher Schaden an Boden, Vegetation und Tierwelt verursacht. Das wird als strafbare Handlung eingeordnet. Stadtrat Volker Ziesling, Verfasser der Pressemitteilung neben Fraktionschefin Hannah Heller, kündigt im Internet an, „alle Möglichkeiten auszuloten, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen“. Die Stadt betont, dass ihre Naturschutzbehörde die Erlaubnis nur nach intensiver Abwägung und unter Bedingungen erteilt habe, weil es laut Museum keine Alternativen gebe.

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