Speyer Appell zum Kauf von regionalen Produkten
Ministerin und Landwirte im Gespräch: Auf ihrer „Deutschlandtour“ hat Julia Klöckner (CDU), Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, gestern Nachmittag in Dudenhofen bei Roni und Andreas Zürker und ihren Kollegen des CDU-Kreisverbands Halt gemacht.
wollte zuhören und benannte die immer wieder an sie adressierten Probleme der Produzenten: Mindestlohn, Handelsketten, Pflanzenschutzmittel. Ab 2019 soll der gesetzliche Mindestlohn, der auch an beschäftigte Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft bezahlt wird, erhöht werden. Was Hermann Reber vom Pfalzmarkt, „zähneknirschend akzeptiert“. Mit dem Nachsatz: „Es ist ein neuerlicher Wettbewerbsnachteil.“ Gravierender sei das Arbeitszeitgesetz. Reber fordert dabei mehr Flexibilität: „Wir müssen immer schneller sieben Tage die Woche liefern.“ Johannes Zehfuß, CDU-Landtagsabgeordneter und Landwirt aus Böhl-Iggelheim, forderte für die Helfer eine 72-Stunden-Woche. Seit 1994 sind pro Tag acht Stunden Arbeit erlaubt, mit Ausnahmegenehmigung zehn Stunden. Unter den jetzigen Produktionsbedingungen fühlt sich der Harthäuser Gemüseproduzent Eugen Geil als „moderner Sklave“. Mittlerweile herrschten bei strikteren Regelungen und niedrigen Abnahmepreisen südeuropäische Verhältnisse. Klöckner versprach einen „runden Tisch mit den Handelsketten“ und appellierte an die Verbraucher, regionale Produkte zu kaufen. Von ihr ein Vergleich: „Vor 50 Jahren gaben die Leute die Hälfte des Einkommens für Lebensmittel aus, heute sind es elf Prozent. Vielen ist das Küchendesign wichtiger als das Essen selbst.“ Gerhard Löffler aus Harthausen baut Getreide und Zuckerrüben an und kritisierte, dass Neonikotinoiden (Insektizide, die für Bienen schädlich sind) nur noch in Gewächshäusern eingesetzt werden dürfen. Ohne sie wären Mais- und Zuckerrübenanbau unmöglich. In der Diskussion wünscht sich Klöckner mehr Sachlichkeit, Forschung und weniger Ideologie.