Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Ahoi auf die Kampagne 2025/26: Die guten und schlechten Seiten von Fasnacht

Sitzen dick eingepackt am Straßenrand: Senioren und Seniorinnen beim Fasnachtsumzug in Waldsee.
Sitzen dick eingepackt am Straßenrand: Senioren und Seniorinnen beim Fasnachtsumzug in Waldsee.

Die zu Ende gegangene Fasnachtskampagne war 99 Tage lang: Die Umzüge stellten den Höhepunkt dar – mit Fröhlichkeit und Zusammenhalt, aber auch Schattenseiten.

Der Wettergott hat es gut gemeint mit den Fasnachtern in Waldsee: Pünktlich zum Umzug am Dienstag um 13.33 Uhr schaute die Sonne hinter den Wolken hervor und tauchte die Umzugsstrecke in freundliches Licht, bei kalten Temperaturen. Waldsee war wieder auf den Beinen und empfing auch zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus der Region, die sich das närrische Spektakel nicht entgehen lassen wollten. Der Respekt gehört dem Karnevalverein Uno Waldsee, der jedes Jahr mit viel Engagement eine tolle Veranstaltung auf die Beine stellt. Anerkennung verdienen auch die Verbandsgemeindeverwaltung mit ihrem Ordnungsamt und kommunalen Vollzugsdienst, die Polizei sowie der Sicherheitsdienst, die – wie in den vergangenen Jahren auch – pragmatische Lösungen mit Unterstützung der Feuerwehr und örtlichen Firmen entwickelt haben, damit der Umzug trotz der zahlreichen Sicherheitsvorschriften über die Bühne gehen kann.

Dabei gibt’s in Waldsee viel zu sehen: Unter den 51 Zugnummern befinden sich nicht nur zahlreiche Laufgruppen und Vereine, sondern auch aufwändig gestaltete Wagen zu politischen Themen aus dem vergangenen Jahr: von der Pfalztram, die Waldsee mit Ludwigshafen, aber nicht mit Otterstadt und Speyer verbinden soll, über den neuen Bankautomaten der Sparkasse, der gerade bei älteren Menschen für Verdruss sorgt, weil er nur Geld ausspuckt, es aber keine Kontoauszüge gibt und die Senioren deswegen nach Neuhofen fahren müssen, bis hin zur maroden Treppe an der Grundschule, die im vergangenen Jahr für Monate gesperrt war. Waldsee bot den Fasnachtern viel Stoff für ihren Umzug. Da mussten sie sich noch nicht mal in der Nachbargemeinde Otterstadt bedienen, die mit ihren Scharmützeln in der Kommunalpolitik oder Aufreger-Themen wie Erdöl und Co. in der Vergangenheit immer Steilvorlagen für die Wagenbauer bot.

Einen Seitenhieb konnten sich die Waldseer bei einem Wagen zur Pfalztram allerdings nicht verkneifen. Doch genau dieses Fahrzeug brauchte kurzzeitig mal Anschubhilfe, als es auf der Umzugsstrecke nicht weiterfahren wollte. Die Seniorinnen und Senioren, die angesichts der kühlen Temperaturen dick eingepackt in Rollstühlen vor der geschlossenen ehemaligen Sparkassen-Geschäftsstelle saßen und dort den Umzug verfolgten, hatten viel zu gucken. Und mit Süßigkeiten wurden sie – genauso wie die zahlreichen Kinder – ebenfalls reich beschenkt.

Alles in allem hat sich Waldsee mal wieder von seiner besten Seite gezeigt und mit seinem Zusammenhalt sowie Fröhlichkeit begeistert. Nur die Körperverletzungen auf der Party nach dem Umzug hätte es nicht gebraucht!

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