Speyer Ab Februar wird umgestellt
Bald ist die Schonfrist vorbei: Ab dem 1. Februar ist auch für Privatpersonen endgültig Schluss mit der herkömmlichen Kontonummer und Bankleitzahl. Von da ab gelten bei Überweisungen ausschließlich die IBAN-Nummern – sonst dürfen Banken den Auftrag nicht ausführen.
Für Firmen und Vereine galten diese Regeln seit 2014. Mit den 22-stelligen Kolonnen aus Buchstaben und Zahlen haben aber einige Probleme. „Ist wirklich eine Herausforderung“, fällt Ludwig Schultheiß zum Thema International Bank Account Number, auf Deutsch internationale Bankkontonummer, oder kurz IBAN, ein. Der Vorsitzende des Seniorenbeirats bedauert, dass die Neureglung die Angelegenheit schwieriger statt einfacher macht. „Die lange Nummer verunsichert“, findet er. Viele hätten die Umstellung angenommen, aber Ältere tun sich schwer, berichtet Evelyn Hertrich vom Bereich Nachforschung/Zahlungsverkehr der Sparkasse Vorderpfalz. Die Volksbank Kur- und Rheinpfalz wiederum hat diese Erfahrung nicht gemacht. Keine Altersgruppe sei besonders auffällig, berichtet ihr Sprecher Andreas Schünhof. Durch die lange Übergangszeit hätten sich Verbraucher weitgehend an die IBAN gewöhnt, bei den meisten sei der Umgang mit ihr schon Routine. Keine Überweisung ohne IBAN: Daran können die Geldinstitute nicht rütteln. „Da es sich um eine gesetzlich Vorgabe handelt, sind wir verpflichtet uns daran zu halten“, erklärt Hertrich. Schünhof verweist auf die klare EU-Vorgabe und die technischen Gegebenheiten, denen man sich anpassen muss. Wer Unterstützung brauche, bekomme sie, betont er. „Wenn eine Überweisung nicht durchgeht, weil ein Zahlendreher drin ist, helfen wir.“ So arbeitet auch die Sparkasse. „Unsere Kunden erhalten Hilfestellung beim Ausfüllen der Überweisungen“, sagt Hertrich. Am häufigsten werde nach der Prüfziffer und der Zusammensetzung der IBAN gefragt (siehe Stichwort). In den vergangenen Wochen habe die Sparkasse Kunden, die noch Alt-Belege nutzen, gezielt angesprochen. Daneben werde derzeit verstärkt auf Kontoauszügen, Plakaten, an Geldautomaten und in sozialen Netzwerke im Internet auf die Umstellung hingewiesen. Die eine Seite der Medaille ist, sich die eigene IBAN-Nummer zu merken, die andere, die Zahlenkolonne von einer Rechnung auf eine Überweisung zu übertragen. „Es ist eine Herausforderung, die IBAN sauber zu übertragen“, räumt Schünhof ein, ist aber überzeugt, dass auch dies sich einspielt. Die Sparkasse empfiehlt Unternehmen und Vereinen, die Kontoverbindungen in vierstellige Häppchen zu unterteilen, damit die IBAN besser lesbar ist. Die beiden Geldinstitute sehen die Umstellung positiv, denn Zahlungen in europäische Länder werden schneller abgewickelt. Allerdings nutzen das die meisten Privatkunden selten, räumt Schünhof ein.