Speyer
„Überschuldung ist kein Randphänomen mehr“
Wenn jemand ein Auto, ein Haus oder Konsumgegenstände auf Kredit kauft und irgendwann die fälligen Raten nicht mehr abbezahlen kann, gilt er als überschuldet. In Speyer soll das ungefähr für jeden Zwölften zutreffen. Das geht aus Daten zur Verschuldung hervor, die die Firma Creditreform bundesweit in ihrem „Schuldneratlas 2025“ gesammelt hat.
Sie weist die Quoten auf Ortsebene aus, sodass auch Entwicklungen für Speyer und seine Umlandgemeinden abzulesen sind. Der Bundestrend, dass erstmals seit 2018 die Anzahl überschuldeter Verbraucher gegenüber dem jeweiligen Vorjahr wieder merklich zugenommen hat, trifft dabei tendenziell auch in der Vorderpfalz zu.
Bezogen auf das Verbreitungsgebiet der „Speyerer Rundschau“ liegt die Überschuldungsquote von Privatpersonen laut Creditreform nur in der Domstadt selbst über dem Bundesmittel von 8,16 Prozent. Gegenüber 2024 macht das ein Plus von 0,07 Prozentpunkten aus. Speyer liegt bei 8,67 Prozent (+0,15 Punkte). In die Höhe ging es auch für Waldsee (5,39 Prozent, +0,1), Römerberg (4,97 Prozent, +0,18), Lingenfeld (8,15 Prozent, + 0,17), Schwegenheim (5,15 Prozent, +0,48), Dudenhofen (4,4 Prozent, +0,22), Hanhofen (7,85 Prozent, +0,49) und Harthausen (4,66 Prozent, +0,57). Die einzige Entwicklung in umgekehrter Richtung verzeichnete Otterstadt: Mit 4,37 Prozent – ein Minus von 0,21 Punkten – löste die Altrheingemeinde Harthausen als Speyerer Umlanddorf mit der geringsten Überschuldungsquote ab.
Viele Verbraucher rutschten nicht plötzlich, sondern schleichend in die Überschuldung, so Creditreform in seiner Einordnung der Statistik. Rechnungen gerieten in Rückstand; Mahnungen und Gerichtsverfahren seien die Folgen. „Überschuldung ist kein Randphänomen mehr“, so ein Sprecher der Auskunftei, die in der Speyerer Karmeliterstraße einen Standort mit gut einem Dutzend Beschäftigten betreibt. „Wir sehen mittlerweile viele, die eigentlich gut situiert sind, aber ihre finanzielle Belastbarkeit überschätzt haben.“