Altheim
Wasser marsch beim einzigen Trinkwasserbrunnen der Biosphäre
Der Trinkwasserbrunnen hat viele Besonderheiten. Eigentlich sollte er schon vor vier Jahren auf dem Altheimer Dorfplatz stehen. Aber jetzt gibt es dank ihm Original „Aldemmer Kranewasser“ für alle sozusagen. Das wurde mit dem „Kranewasserfescht“ auf dem Dorfplatz gefeiert.
Trinkwasserbrunnen passt zu neuer EU-Richtlinie
Altheim geht mit seinem Trinkwasserbrunnen mit gutem Beispiel voran: Die Regierung möchte nämlich Kommunen dazu verpflichten, Trinkwasserbrunnen an öffentlichen Orten – etwa Parks, Fußgängerpassagen und Einkaufszentren – aufzustellen. um Bürgern Zugang zu „qualitativ hohem Trinkwasser“ zu ermöglichen. Die Regierung hat die EU-Trinkwasser-Richtlinie bereits „teilweise in deutsches Recht umgesetzt“, ist auf der Regierungshomepage zu lesen. Das Gesetz muss nun noch durch den Bundesrat.
Zurück zu Altheim: „Das ist der einzige Trinkwasserbrunnen in der ganzen Biosphäre Bliesgau“, sagt Altheims Ortsvorsteherin Beate Lambert. Und dafür musste sie nach eigenen Angaben lange Jahre kämpfen und dicke Bretter bohren. Denn unter der Vorgängerin von Blieskastels Bürgermeister Bernd Hertzler war der Trinkwasserbrunnen nicht gewollt – obwohl sie in Altheim wohnte.
Viele Besonderheiten beim Brunnen
Dann kamen zwei Corona-Jahre, die das lang ersehnte Projekt der Altheimer stark ausgebremst hatten. Und schließlich klappte es endlich mit dem Wunsch, auf dem Dorfplatz kostenlos Trinkwasser für alle anzubieten.
Damit das auch noch lange so bleibt, ist die Wassersäule laut Beate Lambert vandalensicher gestaltet. Auf der Rückseite hat sie einen berührungsempfindlichen Knopf, der die Wasserpumpe anschaltet. Nach kurzer Zeit schaltet sie sich automatisch wieder ab. Der Trinkwasserbrunnen ist an das örtliche Trinkwassernetz angeschlossen und wird aus den eigenen Altheimer Wasserbrunnen gespeist. Allerdings war der Bau nicht ganz so einfach.
Kosten von 14.000 Euro
„Wir haben vor ungefähr vier Jahren unseren Dorfplatz umgestaltet. Damals hätten wir schon gerne einen Trinkwasserbrunnen gehabt. Das hatten die Stadtwerke allerdings damals abgelehnt. Angeblich war es zu viel Aufwand, weil viel Technik drinsteckt. Zwischenzeitlich haben wir die Möglichkeit gefunden, den Brunnen über Fördermittel des Umweltministeriums aus dem Regionalbudget zu finanzieren“, erklärt Beate Lambert. Die Kosten von rund 14.000 Euro beinhalten nicht nur die Trinksäule, sondern vor allem das nicht sichtbare Bauwerk im Boden. Das hat der örtliche Bauunternehmer Clemens Schwarz erledigt.
Gegen die Wasserverschwendung
Es umfasst einen eigenen Schacht, samt Wasseruhr und eigener Zu- und Ableitung. Den kann man auch absperren. Denn im Winter beispielsweise wird die Trinksäule abgeschaltet und die Leitungen geleert, um das Einfrieren zu verhindern. Ein wichtiger Aspekt des neuen Brunnens ist zudem die Hygiene. Um Legionellenbildung zu verhindern, spült sich der Brunnen in bestimmten Abständen regelmäßig selbst, wenn länger kein Wasser entnommen wird.
Damit dieses Wasser nicht verschwendet wird, hat Beate Lambert bei der Eröffnung einen Eimer unter die Säule gestellt, der das Spülwasser auffängt. Das nimmt sie dann zum Gießen der umliegenden Beete. Statistisch verbrauchen die Spülgänge laut Lambert rund drei Liter täglich, also rund einen Kubikmeter Wasser im Jahr. Dies entspricht Kosten von unter zwei Euro. Die Kosten für den tatsächlichen Verbrauch übernehmen zumindest im ersten Jahr die Stadtwerke Bliestal. Die Altheimer Ortsvorsteherin hofft, dass das auch in den Folgejahren so bleibt. Eigenleistung war beim Brunnenbau nicht drin. Denn die Arbeiten, die die Hygiene betreffen, muss ein Unternehmen ausführen.
„Ständig kommen Radfahrer, die ihre Flaschen auffüllen“
In der Säule ist eine sogenannte Jahresbatterie eingebaut. Im Herbst wird der Brunnen entleert und die Wasserbatterie wird entfernt und dann im kommenden Frühjahr eine neue wieder eingebaut. Von den 14.000 Euro Kosten übernimmt das Umweltministerium 80 Prozent, die restlichen 2800 Euro bezahlt die Ortsgemeinde Altheim aus dem eigenen Budget. Für Beate Lambert lohnt sich das schon jetzt. „Der Trinkwasserbrunnen wird unheimlich gut angenommen. Es kommen ständig Radfahrer, die anhalten und ihre Flaschen auffüllen. Nur die Beschilderung aus Richtung Brenschelbach müssen wir noch verbessern“, hat sie beobachtet. Ursprünglich sollte der Brunnen an eine andere Stelle des Dorfplatzes, der vor Jahren unter anderem mit Sitzbänken, einem Hochbeet und Fahrradständern ausgestattet wurde. Dort hätte er den Aufbau des Weihnachtsmarktes behindert. Jetzt steht die Trinksäule gegenüber des Kircheneingangs am Rande des Dorfplatzes und wartet auf durstige Kehlen.