Neunkirchen / Saar RHEINPFALZ Plus Artikel Verdi will Klinik-Beschäftigte zu Gesellschaftern machen

Das Diakonie-Klinikum in Neunkirchen soll verkauft werden.
Das Diakonie-Klinikum in Neunkirchen soll verkauft werden.

Nach dem bekannt wurde, dass das Diakonie-Klinikum in Neunkirchen verkauft werden soll, schlägt die Gewerkschaft Verdi vor, Beschäftigte des zu Gesellschaftern zu machen, um das Krankenhaus zu erhalten. Zwei Mitglieder des Kuratoriums der Stiftung Kreuznacher Diakonie haben unter Protest ihre Ämter niedergelegt.

Die Gewerkschaft Verdi wirbt dafür, die Beschäftigten des Diakonie-Klinikums Neunkirchen zu Gesellschaftern zu machen. Auch im brandenburgischen Spremberg seien seit 1998 die Beschäftigten Mehrheitsgesellschafter der dortigen Klinik, die Kommune halte die übrigen Anteile, erklärte Michael Quetting, Verdi-Pflegebeauftragter im Saarland, am Montag in Saarbrücken.

Die Stiftung Kreuznacher Diakonie hatte am Donnerstag angekündigt, das Diakonie-Klinikum Neunkirchen verkaufen zu wollen und stattdessen das Angebot im Bereich der Seniorenhilfe ausbauen zu wollen .

Am Wochenende hatten daraufhin der Superintendent des Kirchenkreises Saar-West, Christian Weyer, und der saarländische Pflegebeauftragte Jürgen Bender ihren Rücktritt aus dem Kuratorium der Stiftung erklärt.

Quetting betonte, dass es nun notwendig sei, neue Wege zu gehen und Bevölkerung sowie Beschäftigte mitzunehmen. „Wenn die Landesregierung zu den Investitionen bereit ist, dann ist nicht einzusehen, diese einem privaten Betreiber zu schenken. Wir arbeiten gerne an Lösungen mit“, sagte er.

Weyer und Bender hatten am Samstag erklärt, dass es ihr Gewissen nicht erlaube, sich zu Mittätern einer Strategie machen zu lassen, „die wir niemals mitverantwortet haben und auch nicht mitverantworten werden“. Das Handeln der Kreuznacher Diakonie stehe im Widerspruch zu dem, was ihr Kuratorium entschieden habe. Vielmehr habe es beschlossen, Bemühungen um die Erneuerung des Klinikstandortes Neunkirchen weiterzutreiben und gleichzeitig ein Markterkundungsverfahren für das Klinikum zu starten. Eine Neuausrichtung, die die Angebote der Seniorenhilfe auf Kosten der Krankenhäuser im Saarland stärke, sei im Kuratorium nie „diskutiert, geschweige denn beschlossen“ worden. Das Verhalten der Stiftung Kreuznacher Diakonie sei eine „grobe Missachtung“ des Kuratoriums, hatten der Superintendent und der Pflegebeauftragte kritisiert: „Als Mitglied des Kuratoriums fühlen wir uns brüskiert und bloßgestellt.“

Die Argumentation einer wirtschaftlichen Gefährdung des Unternehmens beruhe auf einer einzigen Liquiditätsanalyse, während andere Gutachten ignoriert würden. „Aus unserer Kenntnis bestreiten wir, dass die Stiftung Kreuznacher Diakonie nicht in der Lage ist, einen neuen und zukunftsorientierten Krankenhausstandort in Neunkirchen zu entwickeln.“

Das ehemalige städtische Neunkircher Krankenhaus wurde 2015 an die Kreuznacher Diakonie verkauft. Es hat nach eigenen Angaben 612 Mitarbeitende und 309 Planbetten (Stand: 12/2018). Die Stiftung Kreuznacher Diakonie ist Träger von Krankenhäusern, Hospizen, Sozialstationen, Einrichtungen für Senioren, Wohnungslose und Menschen mit Behinderungen sowie Kinder, Jugendliche und Familien in Rheinland-Pfalz und im Saarland.

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