Saarbrücken Todesengel-Prozess: Krankenpfleger zeigt keine Reue
Die vergangenen Prozesstage waren geprägt von einer Fülle Beweisanträgen der Verteidigung. Alle Anträge wurden vom Gericht abgelehnt. Verteidiger Olaf Möller und seine Kollegin Marion Faust wollten mit ihren Anträgen erneut Zeugen und Gutachter hören. Ihre Anträge stützten sich vornehmlich auf die Wirkung eines Präparates gegen Herzrhythmusstörungen, die der Angeklagte als Pfleger den schwerstkranken Patienten auf den Intensivstationen in den Kliniken in Homburg und Völklingen eigenmächtig und ohne ärztliche Verordnung verabreicht haben soll. Sein Ziel sei es laut Anklage gewesen, die Patienten durch die Medikamente nach Einnahme in einen lebensbedrohlichen Zustand zu versetzen, um sie dann durch selbst vorgenommene Wiederbelebungsmaßnahmen zurück ins Leben zu holen.
Laut Anklage habe der 30-jährige in der Absicht gehandelt, sich bei seinen Kollegen und Ärzten Anerkennung zu verschaffen. „Er spielte bewusst mit dem Leben der Patienten mit dem Ziel emotionaler Befriedigung“, so die Staatsanwältin. Seit Juni 2021 sitzt der 30-jährige beim Schwurgericht auf der Anklagebank. Er zeigt sich an allen Prozesstagen zwischen seinen beiden Verteidigern sitzend sehr selbstbewusst und ohne Reue. Am 22. Februar sollen die Schlussvorträge gehalten werden, so der Vorsitzende. Das Urteil sei zu einem späteren Termin vorgesehen.