Homburg Rückkehr des HNO-Direktors an die Uni: Scharfe Kritik von Linken

Mediziner mit Stethoskop.
Mediziner mit Stethoskop.

Weil die saarländische Staatskanzlei die Suspendierung des Direktors der HNO-Uniklinik aufgehoben hat, tritt der Chefarzt am Montag, 18. Januar, erstmals seit Mai seinen Dienst in Homburg wieder an. Die oppositionellen Linken im Saarbrücker Landtag kritisieren die Landesregierung.

Die Dienstaufsicht in der Staatskanzlei hat die Suspendierung des Klinikdirektors aufgehoben. Die Ermittlungen der Justiz um die Rolle des Mediziners bei der Aufarbeitung von Missbrauchsvorwürfen in der Uniklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde werden aber fortgesetzt. Auch von sexueller Belästigung ist die Rede. Bereits am Donnerstag, 14. Januar, hatte das Landtagsmitglied Dennis Lander (Linke) vom Missbrauchs-Untersuchugsausschuss Kritik geübt. Es gebe den „Eindruck“, dass die Landesregierung „die Untaten an der Uniklinik nur vertuscht“. Lander fragt zudem, ob Berichte stimmen, laut derer „die Person, die innerhalb der Staatskanzlei das Disziplinarverfahren gegen den Chefarzt leitet, die Anwälte der Zeuginnen kontaktiert hat und ,quasi als Bote des Rechtsanwalts’“ des betroffenen Professors „über eine mögliche künftige Zusammenarbeit sprechen wollte, was die Zeuginnen als Drohung verstehen konnten“.

Ermittlungen laufen weiter

Jochen Flackus, Parlamentarischer Geschäftsführer der Linken im Landtag: „Es muss geklärt werden, warum die Landesregierung, genauer gesagt die Staatskanzlei und letztlich der Ministerpräsident und Wissenschaftsminister Tobias Hans, diese Entscheidung trotz weiter laufender staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen gegen den Chefarzt wegen sexueller Belästigung, und ohne Abstimmung mit der Leitung der Uniklinik getroffen hat.“

Das „Wissenschaftsministerium als Dienstaufsicht, das bei der Staatskanzlei angesiedelt ist“, sei eben keine „gesichtslose Behörde“. Die Entscheidung, den Chefarzt wieder einzusetzen, habe letztlich „allein der Ministerpräsident und Wissenschaftsminister getroffen“.

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