Homburg Suspendierung des HNO-Klinikdirektors ist aufgehoben
Seit einer Mitteilung der Saarbrücker Staatskanzlei von dieser Woche ist die Suspendierung des Direktors der Homburger HNO-Uniklinik aufgehoben. Wie das Universitätsklinikum am Donnerstag erklärte, wird der Mediziner ab Montag, 18. Januar, wieder im Dienst sein und als Chefarzt wieder die Uniklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde leiten.
Im Mai war der Direktor im Zusammenhang mit der Aufarbeitung von Missbrauchsvorwürfen an der HNO-Klinik vom Dienst suspendiert worden. Auch der Vorwurf der sexuellen Belästigung wurde geäußert. Da die Ermittlungen weiter andauern, hat der Uni-Vorstand nach eigenen Angaben „Maßnahmen“ zum Wohl der Mitarbeiter, aber auch des Chefarzts getroffen. Der Ärztliche Direktor Wolfgang Reith: „Die Situation ist für alle Beteiligten durchaus ungewöhnlich.“
Unabhängige Justiz muss entscheiden
Der Uni-Vorstand sei „in die disziplinarischen und strafrechtlichen Ermittlungen nicht involviert“. Diese sowie die Aufhebung der Suspendierung seien Sache der Dienstaufsicht in der Staatskanzlei. Über die Frage von Schuld oder Unschuld müsse die unabhängige Justiz entscheiden, nicht das Uni-Klinikum. Das Personal an der HNO-Klinik sei informiert. Der zurückkehrende Klinikdirektor habe Reith regelmäßig Bericht zu erstatten.
Dennis Lander (Linke), Mitglied im Missbrauchs-Untersuchungsausschuss des Saar-Landtages, sprach am Donnerstag von dem „Eindruck“, dass die Landesregierung „die Untaten an der Uniklinik nur vertuscht“.