Homburg RHEINPFALZ Plus Artikel „Offensichtlich wollte uns die Stadt nicht“: Antworten zum Standverbot

Ein Sumpfgebiet samt Gewässer: Das ist ein Teil des Moores, über den die Bürgerinitiative Moorgemeinschaft bei der Bruchhofer Ke
Ein Sumpfgebiet samt Gewässer: Das ist ein Teil des Moores, über den die Bürgerinitiative Moorgemeinschaft bei der Bruchhofer Kerb informieren wollte.

Die Stadt Homburg hatte der Bürgerinitiative Moorschutz einen Stand auf der Kerb in Bruchhof-Sanddorf untersagt. Andreas Filler von der Moorschutz-Gemeinschaft wollte den Grund wissen. Im Rat gab es Antworten.

In der Einwohnerfragestunde der Stadtratssitzung wies Andreas Filler noch einmal darauf hin, dass die Moorschutz-Gemeinschaft auf der Bruchhofer Kerb keinen Infostand, sondern einen Kuchenstand aufbauen wollte. „Wir wollten also nichts anderes tun wie andere Vereine, Gruppierungen oder Parteien auch“, sagte Filler. Und wie andere Standbetreiber hätte sich die Moorschutz-Gemeinschaft mit Besuchern unterhalten oder Fragen beantwortet. Aber die Gemeinschaft hätte laut Filler sicherlich nicht – wie an Parteiständen vor Wahlen beispielsweise üblich – die Passanten auf ihr Anliegen angesprochen. Die Stadt Homburg hatte die Stand-Absage mit einer politischen Aussage der Gemeinschaft begründet.

„Wir hatten bestimmt nicht vor, eine Demo zu organisieren oder Leute aufzuwiegeln“, sagte Filler der RHEINPFALZ. „Wir wollten Kuchen verkaufen. Aber offensichtlich wollte uns die Stadt nicht.“ Unverständlich ist der Bürgerinitiative immer noch, warum sie erst eine Zusage für den Kerbestand erhielt, und danach eine Absage.

Marktordnung: Keine Infostände auf der Kerb

Es habe wohl ein kommunikatives Missverständnis gegeben, hieß es von der Stadt. Manfred Rippel, der die Absage erteilte, habe sich an die Marktordnung gehalten, nach der keine Infostände auf der Kerb erlaubt sind.

Es habe vor der Ratssitzung kein Gespräch mit der Stadtspitze gegeben, in dem die Gemeinschaft ihr Anliegen vortragen könnte, bedauerte Filler. Er fürchtet, dass die Stadt Fakten schaffen wolle – „auf Kosten des Klimaschutzes“. Die Moorschutz-Gemeinschaft werde ihren Weg weitergehen. und Menschen für die Bedeutung der Moore sensibilisieren. Diese leisten nämlich einen großen Beitrag zum Umweltschutz, speichern „doppelt so viel Kohlendioxid wie alle Wälder zusammen“, sagt Filler.

Größte Moorfläche im Saarland ist bei Homburg

Auch spielten sie eine wichtige Rolle im Landschaftswasserhaushalt und bei der Grundwasserneubildung. Das sei nicht vielen bekannt. Die wenigsten Homburger wüssten, dass sich vor ihrer Haustür mit dem Moor Königsbruch die größte Moorfläche des Saarlandes befinde. Filler findet es wichtig, dass viele davon hören. Die Gemeinschaft vertritt auch Bürger, die die Renaturierung prüfen wollen, bevor das etwa ein Bebauungsplan verhindert.

Bereits im Juni hat die Gemeinschaft 111 Stellungnahmen gegen den Bebauungsplan Campingplatz Königsbruch abgegeben – weitere seien eingegangen, wie Pressesprecher der Stadt Homburg, Michael Klein, mitteilte. Derzeit würden sie von der Verwaltung zusammen mit einem Planungsbüro gesichtet und geprüft. Klein betont, dass gerade eine Machbarkeitsstudie erarbeitet wird, in der es um die Zukunft aller Moore im Stadtgebiet geht. Er sagte: „Einen Stadtratsbeschluss, der die Wiedervernässung der Moore zum Inhalt hat, gibt es bis dato nicht.“

Veranstaltung

Für Samstag, 7. Oktober, laden die Homburger Grünen mit der Moorschutz-Gemeinschaft zu einer Veranstaltung zum Thema „Moore für Klima, Umwelt, Gewässer und Artenschutz“ ein. Die Begehung des Königsbruchs startet um 15 Uhr in Homburg-Bruchhof. Treffpunkt ist am Wasserwerk „Im Bruch“, Kaiserslauterer Straße 169a, Einfahrt bei Tierarzt Dr. Meth. Ab 16.30 Uhr gibt es Vorträge und eine Diskussionsrunde an in der Protestantischen Christuskirche, Heidebruchstraße 29. Referenten sind EU-Abgeordnete Jutta Paulus, die sich im EU-Parlament für Umwelt- und Klimaschutz stark macht, Andreas Filler, und Biologe und Gewässerökologe Adam Schmitt.

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