Homburg RHEINPFALZ Plus Artikel Nach zwei Jahren Baustelle: A6-Anschlussstelle freigegeben

Der Verkehr auf der A6 rollt wieder in Richtung Kaiserslautern (hinten) und Saarbrücken (vorne).
Der Verkehr auf der A6 rollt wieder in Richtung Kaiserslautern (hinten) und Saarbrücken (vorne).

Seit einigen Tagen ist der Anschluss Homburg/Bexbach an der Autobahn 6 für den Verkehr wieder frei– nach zwei Jahren Bauzeit, 20 Millionen Euro Kosten – und Unfällen.

Nach zwei Jahren Bauzeit, verbunden mit Sperrungen und vielen Staus, ist die Erneuerung der Homburger Anschlussstelle an die A6 abgeschlossen. Die Fernstraße ist in beide Fahrtrichtungen wieder frei befahrbar, ebenso die Auf- und Abfahrtsschleifen, die durch ein drittes sogenanntes „Ohr“ ergänzt wurden.

Weil der Verkehr immer weiter zugenommen habe, sei die Anschlussstelle mit ihren bisher nur zwei Schleifen („Ohren“) zuletzt an ihre Grenzen gekommen, sagt Klaus Kosok vom Bauherrn, der Autobahn GmbH des Bundes. Vor allem im Berufsverkehr, nach Feierabend bei Bosch und Michelin, stauten sich früher die Autos auf der B423 an einer Ampel zwischen dem Homburger Ortsausgang und der A6.

Keine Direktverbindung mehr nach Reiskirchen

Die aus zwei parallelen Bauwerken – eines für jede Fahrtrichtung – bestehende Brücke, auf der die A6 die B423 nach Bexbach überquert, wurde abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Unter anderem wurde die Autobahn dort angehoben und zugleich die B423 tiefergelegt.

Teil des Gesamtkomplexes beim Bau des dritten Anschluss-Ohrs war die Verwandlung der L218, die früher von Reiskirchen direkt zur Anschlussstelle führte, in eine Sackgasse. Jenseits des Reiskircher Ortsausgangs wurde sie zum Wirtschaftsweg zurückgebaut. Dort sind heute nur noch Radfahrer und Fußgänger unterwegs; mit dem Auto kommt man dort von Reiskirchen nicht mehr auf die A6.

Homburg wollte vier Ohren, Bürgerinitiative kein drittes

Der Mitfahrerparkplatz, den es hier auf der Homburg zugewandten Seite der A6 gab, musste der neuen dritten Auffahrtschleife weichen. Dafür wurde der benachbarte Park-and-Ride-Platz auf der Bexbacher Seite ausgebaut – mit nun knapp 130 Stellplätzen. Umgebaut wurden auch die Rad- und Gehwegverbindungen an der B423.

Mit der Freigabe des Fahrbahnnetzes und dem Rückbau der Baustellenführung sind die Straßen nicht nur in alle Richtungen frei befahrbar – es ist auch das Ende einer mitunter umstrittenen Baumaßnahme. Die Stadt Homburg hatte sich vergebens dafür eingesetzt, dass die Anschlussstelle nicht nur durch eine dritte Schleife ergänzt, sondern als vollständiges vierblättriges Kleeblatt komplettiert werde. Ebenfalls ohne Erfolg blieb der Widerstand einer Bürgerinitiative in Kleinottweiler, die sich vehement gegen den Bau des „dritten Ohrs“ zu Wort gemeldet hatte.

Zwei schwere Lkw-Unfälle binnen fünf Tagen

In der Kritik stand oft auch die Baustelle selbst. Mehrere Unfälle haben sich dort ereignet – darunter zwei besonders schwere innerhalb von fünf Tagen Anfang 2021: Am 12. Februar wurden beim Zusammenprall zweier Lastzüge am Stauende zwei Menschen schwer verletzt. Am 16. Februar starben an derselben Stelle zwei Lkw-Fahrer bei einem Auffahrunfall.

Oliver Luksic (FDP), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, sagte bei der Übergabe am Donnerstag, 11. August, „dass mit der Verkehrsfreigabe der Anschlussstelle ein wichtiges Nadelöhr an der A6 zwischen Kaiserslautern und Saarbrücken erfolgreich beseitigt“ worden sei. Dies sei wichtig für die Autofahrer – an einem bedeutenden Knotenpunkt in der Nähe eines bedeutenden Homburger Industriegebiets.

Auch die B423, die unter der A6 hindurch nach Homburg beziehungsweise Bexbach führt, ist wieder in beide Richtungen befahrbar.
Auch die B423, die unter der A6 hindurch nach Homburg beziehungsweise Bexbach führt, ist wieder in beide Richtungen befahrbar.
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