Homburg / Saarbrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Linke wollen Spaniol aus Landtagsfraktion werfen

Barbara Spaniol
Barbara Spaniol

Vier der sechs Mitglieder der Linken-Fraktion im saarländischenLandtag haben den Ausschluss von Barbara Spaniol aus der Fraktion beantragt. Am Montag, 4. Oktober, muss die Homburgerin persönlich Stellung beziehen.

Die aktuelle Entwicklung fußt auf einem erbitterten Streit zwischen Fraktionschef Oskar Lafontaine und dem Landesvorsitzenden Thomas Lutze, der über die Landesliste nun erneut in den Bundestag eingezogen ist. Seit Langem wirft Lafontaine Thomas Lutze Betrug und die Manipulation von Mitgliederlisten vor. Im Konflikt mit Lutze hatte Oskar Lafontaine sogar die Bevölkerung ausdrücklich davor gewarnt, am 26. September die saarländischen Linken zu wählen.

Zu viel Nähe zu Thomas Lutze?

Jetzt ist in der Landtagsfraktion die Rede davon, dass eine Zusammenarbeit mit Barbara Spaniol „nicht mehr zumutbar“ sei. Der Homburgerin wird zu viel Nähe zu Lutze vorgeworfen; das nötige Vertrauen sei nicht mehr vorhanden.

Gegenüber der RHEINPFALZ bestätigte Spaniol, dass ihr vor einigen Tagen der Ausschluss-Antrag der Landtagsfraktion zugegangen sei. Für Montag, 4. Oktober, sei eine fraktionsinterne Anhörung in Saarbrücken geplant. „Das Ganze hängt damit zusammen, dass es Thomas Lutze gelungen ist, sein Mandat im Bundestag zu behalten.“ Spaniol sagte, dass sie von der jüngsten Entwicklung „geschockt“ sei; sie wolle den Anhörungstermin auf sich „zukommen“ lassen. „Ich werde mich der Sache stellen und eine Stellungnahme abgeben.“ Verstehen könne sie den Konflikt nicht, meinte die Homburgerin unter Verweis auf persönliche Verdienste um ihre Partei.

Barbara Spaniol lehnte es am Wochenende ab, sich im Vorfeld der Zusammenkunft am Montag zu inhaltlichen Fragen zu äußern.

Seit Jahren amtiert die Homburgerin als Landtagsvizepräsidentin. Spaniol ist Vorsitzende des Linken-Kreisverbandes Saarpfalz und der Stadtratsfraktion ihrer Partei in der Karlsbergstadt.

Weniger Zweitstimmen an der Saar

Die Linken haben bei der Bundestagswahl am 26. September auch im Saarland schlecht abgeschnitten. Im Bundesland hat sich ihr Zweitstimmenergebnis gegenüber 2017 fast halbiert – um minus 5,7 Prozentpunkte auf nur mehr 7,2 Prozent.

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