Homburg
Kreistag: Trinkwasser im Saarpfalz-Kreis schützen
„Alle Kreistagsmitglieder werden in diesen Wochen oft von den Bürgern auf das Thema angesprochen“, sagte SPD-Fraktionschef Esra Limbacher am Dienstagabend, 15. Dezember, im Homburger Forums-Sitzungssaal. Der Tenor der Resolution lasse sich auf die Kernaussage „Wir wollen das nicht“ zusammenfassen.
Wie berichtet, erkundet die Mitteldeutsche Erfrischungsgetränke GmbH (MEG) mit Probebohrungen die Mineralwasservorkommen unter dem Taubental zwischen Wörschweiler und Limbach. Am Stammsitz Kirkel betreibt die MEG vier Brunnen, aus denen sie bis zu 500.000 Kubikmeter Mineralwasser im Jahr entnehmen kann. Im Raum steht nun die Förderung von jährlich zusätzlichen 150.000 Kubikmetern Wasser, die im Taubental gewonnen werden sollen. „Die Genehmigung zur Wasserentnahme aus den vier schon bestehenden Brunnen wird von der MEG bis jetzt nur zu 400.000 Kubikmetern ausgeschöpft“, sagte das Kreistagsmitglied Ralph Rouget (Grüne). „Sollte ein Brunnen im Taubental hinzukommen, wäre das eine Steigerung um mehr als ein Drittel.“
Zwei getrennte Entwürfe
„Die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung und der Grundwasserschutz haben oberste Priorität.“ Und: „Der Kreistag appelliert an die Landesregierung, einer weiteren Kommerzialisierung des saarländischen Grundwassers vor dem Hintergrund der Klimakrise und der zunehmenden Trockenheit entgegenzutreten.“ Solche Thesen und der Appell zur Transparenz im Genehmigungsverfahren standen fast wortgleich in den beiden getrennten Entwürfen für den Resolutionstext, die von der Grünen-Fraktion einerseits und von SPD und CDU andererseits in die Debatte eingebracht wurden. Landrat Theophil Gallo (SPD) riet deshalb, beide Textversionen zu einer gemeinsamen zusammenzufassen. So wurde es dann gemacht – nicht ohne den Hinweis aus den SPD- und CDU-Reihen, dass man einen solchen einheitlichen Entwurf auch schon vor der Kreistagssitzung hätte hinbekommen können. Esra Limbacher (SPD) wandte sich an die Grünen und meinte, die Angelegenheit eigne sich nicht für einzelne Parteien zum Profilieren. „Wir sollten das Thema nicht parteipolitisch ausnutzen, sondern ernst nehmen und keine zusätzlichen Ängste schüren.“
Brunnen und Kohlekraftwerk
Was die MEG da im Wald womöglich an Wasserentnahme plant, sind für Lutz Hecker (AfD) nur „Banalitäten“. Er verwies auf das Kohlekraftwerk Bexbach: Das sei zwar nur noch in Ausnahmefällen als Netzreserve in Betrieb. „Aber wenn es dann mal läuft, hat es diesen Wasserverbrauch nicht in einem Jahr, sondern schon in wenigen Stunden.“ Außerdem, so meinte Hecker, sei das Ganze nicht Sache des Kreistags, sondern des Biosphären-Zweckverbands Bliesgau.
Dessen Verbandsvorsteher ist Landrat Gallo. Der dankte dem Kreistag für die Resolution. Denn diese werde den Zweckverband beim Einsatz für Naturschutz und Nachhaltigkeit unterstützen. „Und sie ist ein schönes Signal an die Bevölkerung.“