Homburg
FDP: Stadtwerke sollen für Michelin-Werk den Gaspreis senken
Nachdem der Reifenhersteller Michelin angekündigt hat, in seinem Werk in Homburg möglicherweise Stellen abbauen zu wollen und unter Umständen zwei Produktionslinien zu schließen, meldet sich auch die Homburger FDP-Fraktion zu Wort. Sie hat drei Vorschläge, wie man die rund 1300 Jobs in Homburg erhalten kann.
Die FDP fordert von den Homburger Stadtwerken, dass sie die Gaspreise senken sollen, um so die Produktionskosten im Werk zu reduzieren. Das sei „unausweichlich für den Fortbestand und die Wettbewerbsfähigkeit am Weltmarkt. Die Unternehmensführung muss alles dafür zu tun, dass durch eine effiziente, nachhaltige und wettbewerbsfähige Produktion der Standort Homburg erhalten bleibt“, sagt der stellvertretende FDP-Fraktionschef Michael Eckardt.
Idee: Fernwärmenetz, das Michelin einspeisen würde
Nur durch den Einsatz modernster Technologien und Automatisierung könne ein Markenreifenhersteller wie Michelin wettbewerbsfähig bleiben, so Eckhardt. Er fordert „dringend Lösungswege“. So müsse laut FDP der neue A6-Autobahnanschluss Homburg-Ost vorangetrieben werden, um die Attraktivität des Industriestandortes zu erhöhen. Außerdem müsse nach Meinung der FDP ein Fernwärmenetz in Homburg-Erbach erschlossen werden, das Michelin einspeisen würde. Das würde zu einer weiteren Reduzierung der Herstellungskosten des Werks führen.
Auch Bürgermeister Michael Forster (CDU) hatte angekündigt, Gespräche mit der Homburger Werkleitung führen zu wollen. Er forderte für die Mitarbeiter „Ehrlichkeit und eine klare Perspektive seitens der Konzernführung, wie es weitergeht“.
Noch keine Details zu möglichen Stellenstreichungen
Genaue Informationen zum Stellenabbau gibt es von Michelin bislang keine. Der Konzern gab noch nicht bekannt, ob und wie viele Jobs im Homburger Werk betroffen sind. Momentan arbeiten dort über 1300 Mitarbeiter. Auf Belegschaftsversammlungen hatte das Unternehmen letzte Woche angekündigt, „vor dem Hintergrund des wachsenden Wettbewerbsdrucks und der steigenden Produktions- und Verwaltungskosten in ganz Deutschland“ möglicherweise Stellen streichen zu wollen. Zudem möchte Michelin in der Zukunft weniger Reifen und Halbfabrikaten herstellen. Beides wird in Homburg produziert. Im schlimmsten Fall könnten deshalb zwei Produktionslinien dichtgemacht werden.
Seit 1971 stellt Michelin in Homburg Reifen her. Eine Million Neureifen gehen pro Jahr im Werk vom Band.