Sommer-Lesetipp
Zwischen Wunder und Zucker: Das Unwirkliche wird wirklich
„Ich liebe den Lesesommer.“ Der Fall ist für die Achtklässlerin Sofie Pausch klar. Und für sie steht auch fest, dass sie erneut einen Großteil ihrer freien Zeit in den Ferien schmökernd verbringen wird. In dem Moment, als sie lesen lernte, entwickelte sich sogleich ihre Leidenschaft dafür. Zunächst las sie sich mit ihrer Mama gegenseitig aus Eltern-Kind-Büchern vor. Doch schon bald suchte sie sich Lesestoff nach eigenem Geschmack aus. Seit vier Jahren ist Sofie Pausch beim Mutterstadter Lesesommer dabei, davor schon einige Jahre in Ludwigshafen. Bevorzugt greift die Schülerin des Carl-Bosch-Gymnasiums zu Fantasy, am besten noch mit Magie gespickt. Besonders spannend findet sie, durch die Zeilen „das Unwirkliche wirklich werden zu lassen“, sagt sie. Wenn darin dann noch das Thema „süß“ vorkommt, hat die Hobbybäckerin, die sich sogar an mehrstöckige Torten wagt, genau ihr Buch gefunden.
Vom Fluch befreien
Vergangenes Jahr hat sie die „Glücksbäckerei“-Serie von Kathryn Littlewood verschlungen, diesmal hat sie zum Auftakt „Die Zuckermeister – Der Magische Pakt“ von Tanja Voosen ausgewählt. Wichtig ist für Sofie Pausch nicht so sehr der Autor: Für sie komme es auf den Inhalt, den ein ansprechender Klappentext erahnen lässt und auch ein bisschen auf das Layout des Covers an – und die Geschichte von Protagonistin Elina, die eigentlich nicht an Wunder und Magie glaubt, dann aber doch in ein magisches Abenteuer gerät, hat sie so gefesselt, dass sie die Leseabende bis zu dem Maximum, das von ihren Eltern auf 22 Uhr festgesetzt wurde, voll ausgereizt hat, um am Ball bleiben zu können.
Elina ist in Sofies Alter und wie sie eine gute Schülerin. Charlie, Elinas Nachbarin in der Kleinstadt Belony, ist eifersüchtig, weil die beneidete Mitschülerin so perfekt und klug ist und zudem noch so tolle Ideen hat. Elina will ihren Geburtstag feiern. „Doch Charlie bekommt Wind davon und will es noch viel besser machen“, erzählt Sofie über die beiden so unterschiedlichen Mädchen. Charlie zieht Elina mit einer Parallelveranstaltung die Freunde ab. Als Elina dann auf dem Pausenhof Schokolade geschenkt bekommt und Charlie ihr diese wegnimmt und selbst isst, woraufhin sie nur noch seltsames Zeug redet und sogar grün wird, ändert sich das Verhältnis der zwei Konkurrentinnen. Elina empfindet Mitleid und möchte Charlie helfen, von dem Fluch befreit zu werden.
Weitere Unterstützung erhalten die beiden ausgerechnet durch den sonst so verschlossenen Robin, ein Nachfahr der Familie Zuckerhut. Diese gehörte der Zunft der Süßigkeitenwerker an, die in der Lage sind, magische Süßigkeiten herzustellen. Mit einem Koffer voll davon machen sich die drei auf eine gefährliche Suche, um bei den sogenannten Zuckermeistern vorsprechen zu dürfen. Sehr gespannt ist Sofie auf das Ende der 272-seitigen Geschichte, denn fertig ist sie noch nicht ganz.
Freude auf Band zwei
Besonders angetan ist sie von der Tatsache, dass in dem Buch Magie dazu eingesetzt wird, Gutes zu bewirken. Im Buch sei von einem Pakt die Rede, der vorschreibe, die magischen Süßigkeiten nur zum Guten einzusetzen, auch wenn sich leider nicht jeder daran halte. Trotzdem glaubt Sofie, dass alles gut ausgehen wird und freut sich auf den zweiten Band, der zwar schon erschienen, aber noch nicht auszuleihen ist. Auch kann sich Sofie gut in die Buchheldin Elina hineinversetzen und findet sich ein Stück weit in ihr wieder. Wie Elina, der es im Buch gelungen ist, wünscht sich Sofie eine richtige beste Freundin. „Vielleicht kommt das noch“, sagt sie. Schließlich habe sie ja fast das ganze Leben noch vor sich und ihr sei auch bewusst, dass nichts angeflogen komme. „Man muss was dafür tun“ sagt sie.
Auch, um fit zu bleiben. Seit sieben Jahren geht sie ins Schwimmtraining – und sie freut sich auf den Moment, wenn Corona es wieder zulässt. Obwohl sie, wie Sofie lächelnd einräumt, nicht der Sporttyp sei. Eher der Hochdeutsch-Typ. Jugendslang, gesprochen oder geschrieben, liege ihr nicht. Dennoch sei sie ein ganz normaler typischer Teenager, sagt sie. Einer, der es eben liebt, die Magie in Büchern wiederzufinden, sich beim Lesen Kreaturen im Kopf auszumalen und seiner Fantasie freien Lauf zu lassen. Ohne die Bodenhaftung zu verlieren. Die Tochter ukrainischer Eltern ist ein selbstbewusstes junges Mädchen, sie möchte sich nicht verstellen müssen. „Man muss man selbst sein“ hat sie sich zum Grundsatz gemacht.
Lesezeichen
„Die Zuckermeister 1 – Der magische Pakt“ ISBN 978-3-401-60533-3, „Die Zuckermeister 2 – Die verlorene Rezeptur“ ISBN 978-3-401-60534 -0 von Tanja Voosen, beides Arena-Verlag zu je 14 €, ab 9 Jahre.