Rhein-Pfalz Kreis Zur Sache: Was ein Starkregen ist

Hochwasserschutz ist in der Vorderpfalz ein großes Thema, weil sich das Klima verändert und Unwetter mit großen Regenmengen in kurzer Zeit (Starkregen) vermutlich zunehmen werden. Von Starkregen spricht man hierzulande ab einer Menge von mehr als fünf Litern auf den Quadratmeter in fünf Minuten, mehr als zehn Litern in zehn Minuten oder mehr als 17 Litern pro Quadratmeter und Stunde. Mengen ab 30 Liter in einer halben Stunde werden als selten angesehen. Zur Vorsorge dagegen werden unter anderem Regenrückhaltebecken gebaut und Kanalrohre vergrößert. Oft heißt es dann, das Entwässerungssystem müsse für ein zehn-, 20- oder 50-jährliches Regenereignis fit gemacht werden, das heißt für einen Starkregen, der statistisch gesehen alle zehn, 20 oder 50 Jahre auftritt. Was genau man sich darunter vorstellen darf und in welche Kategorie die Gewitter Ende Mai fallen, haben wir die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd in Neustadt gefragt. Deren Sprecherin Ulrike Schneider erklärt dazu: „Eine sogenannte Jährlichkeit orientiert sich am durchschnittlichen Niederschlag in einem Gebiet und ist abhängig von der Regenmenge und der Regendauer.“ Für Dannstadt-Schauernheim beispielsweise, wo eine Niederschlagsmessstation des Landes steht, sei im Zeitraum 1954 bis 2001 eine durchschnittliche jährliche Regenmenge von 56 Millimetern Höhe (gleich 56 Liter) pro Quadratmeter errechnet worden. Im vergangenen Mai seien insgesamt 131,9 Millimeter gemessen worden, davon 100 Millimeter innerhalb von 36 Stunden (28. Mai, 17 Uhr, bis 30. Mai, 7 Uhr). Das entspreche für Dannstadt-Schauernheim einem 100-jährlichen Starkregen. Betrachte man dasselbe Gewitter innerhalb von 60 Minuten (28. Mai, 17 bis 18 Uhr), könne man von einem 50-jährlichen Regenereignis sprechen. (cei/ww)