Rhein-Pfalz Kreis Zur Sache: Studie zum Gänseproblem

Mit dem Gänseproblem hat sich bereits 2002 eine Studie beschäftigt, die vom Landesamt für Umweltschutz in Auftrag gegeben wurde. Nachdem Kanadagänse in den 70er-Jahren in Bayern verwildert wurden und schließlich im Maudacher Bruch heimisch wurden, haben sie sich in den vergangenen 30 Jahren in der Vorderpfalz so ausgebreitet, dass an einigen Seen die Ufer erheblich verschmutzt wurden – etwa am Frankenthaler Strandbad, aber auch der Lambsheimer Weiher wird genannt. Auf 700 Tiere hier im Großraum schätzte der Autor der Studie, Josef Kreuziger, 2002 den Bestand. Die Tiere würden Gewässer mit Verlandungszonen für die Brut sowie Wiesen mit kurzem Rasen bevorzugen. Deshalb wird als langfristige Maßnahme empfohlen, die Landschaft durch Hecken und Bäume für Gänse unattraktiv zu gestalten. Gleichzeitig sollten als Alternative für sie passende Rückzugsräume in Auengewässern geschaffen werden. Wenn zudem Eier aus Gelegen entfernt werden, wechseln die Tiere die Brutreviere, weil sie sich den Misserfolg beim Brüten merken. Das helfe auch, um die Gänsezahlen in Grenzen zu halten. Kurzfristig könne man die Tiere direkt am Badebereich vergrämen, möglichst zum Ende der Jagdzeit und so knapp wie möglich vor der Brutzeit. Alle Scheuchmaßnahmen seien aber – auch wenn sie vor Ort erfolgreich wirkten – großräumig betrachtet „ineffizient und kontraproduktiv“, resümiert die Studie. Zum einen werde das Problem (nach dem Sankt-Florians-Prinzip) verlagert, zum anderen steige der Energieverbrauch der Tiere, sodass sie mehr Schäden durchs Fressen anrichteten, heißt es. Nach einer gewissen Zeit setze zudem ein Gewöhnungseffekt ein. (jel)