Rhein-Pfalz Kreis Zur Sache: Der Schlauchpilz schlaucht

Placeholder-Image

Feld- und Bergulmen sind durch den Schlauchpilz (Ceratocystis ulmi) weitgehend ausgestorben. Der Pilz lebt in den Wasserleitbahnen der Bäume und breitet sich dort aus. Der Baum versucht sich dagegen zu wehren, indem er die Wasserleitbahnen schließt. „Dabei schnürt er sich aber die eigene Wasserversorgung ab und Teile des Baums sterben ab, oft geht aber der ganze Baum kaputt“, erklärt Förster Volker Westermann. Doch woher kommt der fiese Pilz? Anfang des 20. Jahrhunderts gelangte er mit ostasiatischen Holzimporten nach Europa. Bereits 1925 hatte der Pilz Deutschland erreicht und sich ganzflächig ausgebreitet. Von Europa aus wurde der Pilz nach Nordamerika geschleppt, wo er ebenfalls arg wütete. „Mitte der 60er-Jahre kam der Pilz als Reimport von Amerika nach Europa zurück und hatte an Aggressivität noch mal deutlich zugelegt“, sagt Westermann. Das bedeutete das Ende der allermeisten Feld- und Bergulmen. Übertragen wird der Pilz vor allem durch zwei auf Ulmen spezialisierte Borkenkäferarten, den großen und kleinen Ulmensplintkäfer. Diese legen Brutgänge unter der Rinde der Bäume an und haben dabei eben auch Pilzsporen im Gepäck.

Mehr zum Thema
x