Rhein-Pfalz Kreis Zur Sache: Biologische Bekämpfung des Maiszünslers

Der Maiszünsler ist ein großer Schädling. Wenn die Larven sich in die Kolben fressen, wird die Versorgung der Pflanze mit Nährstoffen unterbrochen, der Mais wächst nicht mehr gut, die Stängel können brechen. Und außerdem kann Feuchtigkeit in die Pflanze eindringen, in den Fraßgängen können sich Pilze ansiedeln. „Dann ist die Ware unbrauchbar“, sagt Fachmann Jürgen Lange (Speyer), der für die Firma Agromais in Rheinland-Pfalz und dem Saarland Mais-Saatgut verkauft. Die Bekämpfung des Maiszünslers mit den Trichogramma-Schlupfwespen in den Kugeln ist nicht neu. Neu ist, dass die Kugeln seit drei Jahren auch mit einer Drohne ausgebracht werden. Zuvor wurden sie von einem Stelzenschlepper auf dem Feld verteilt. Der Zeitpunkt der Bekämpfung wird mit Lichtfallen ermittelt, er muss exakt abgepasst werden. „Wenn der Maiszünsler den Flughöhepunkt hat, legt er die Eier nachtaktiv ab“, sagt Lange. Die Weibchen legen ihre Eier in Gelegen von bis zu 20 Eiern unten an die Maisblätter. Dann heißt es genau sein: „Wenn die Bekämpfung drei Wochen nach der Eiablage erfolgt, sind die Larven des Maiszünslers geschlüpft. Und wenn’s drei Wochen vorher ist, finden die Schlupfwespen kein Futter“, erklärt Lange, der auch berichtet, dass viele der konventionellen Maisbauern rund um Speyer auf das biologische Mittel setzen. Die Kugeln zur biologischen Bekämpfung wurden von der Firma AMW Nützlinge GmbH (Pfungstadt) erfunden, mittlerweile werden sie als Lizenzprodukt „Optikugel“ von der Schweizer Firma Ufa-Samen (Fenaco) produziert, berichtet AMW-Mitgeschäftsführerin Sylvia Melchior. Nach ihren Angaben braucht man pro Hektar 100 Kugeln. Jede Kugel, die auf das Feld aufgebracht wird, enthält mindestens 1000 Eier der Schlupfwespe, die unterschiedlich weit entwickelt sind: Schon nach ein bis zwei Tagen schlüpfen die ersten Tiere, es dauert bis zu drei Wochen, bis alle geschlüpft sind. Jedes Weibchen kann bis zu 120 Maiszünsler-Eier parasitieren. Nach etwa zwei Wochen schlüpft aus den Eiern der Maiszünsler dann eine neue Generation von Schlupfwespen. Es gibt neben den Kugeln auch noch Karten, die man an die Maisstängel hängen kann. Die werden für kleinere Flächen genutzt. (snr)