Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Zur Nachfeier des Geburtstags gibt es viel Musik

In Feierlaune: Der Frauenchor der Liedertafel gibt beim Konzert in der katholischen Kirche alles.
In Feierlaune: Der Frauenchor der Liedertafel gibt beim Konzert in der katholischen Kirche alles.

Eigentlich gibt es die Liedertafel bereits seit 121 Jahren. Verzögert wurde die Feier des runden Geburtstags aufgrund zahlreicher Krankheitsfälle. Ein Fest war das Konzert zum Jubiläum dennoch – optisch wie musikalisch.

Mehr als 100 Mitwirkende haben am Sonntag in der katholischen Kirche das 120-jährige Bestehen der „Liedertafel 1903 Dudenhofen“ gefeiert. Mit Musik von Abba über Beethoven und den Beatles bis Udo Jürgens haben sie die ausverkaufte Kirche begeistert.

Königsblau ist die Farbe, die die Chöre für ihre Accessoires ausgewählt haben. Freude am Gesang ist in jeder Minute in jedem Chor spürbar. Vor dem geschmückten Weihnachtsbaum singt der Frauenchor ein eindrucksvolles Abba-Medley, neben der Krippe steht Musikdirektor Rainer Diehl, der die Sänger mit ganzem Körpereinsatz sicher durch das Programm führt. Voller Elan dirigiert er Petula Clarks „Down Town“, das die Frauen in deutscher Version vortragen. Diehl hat das Lied selbst für den Chor arrangiert. Die Sängerinnen wiegen sich in den weltberühmten Melodien, mit denen sie das beeindruckende Jubiläum feiern.

Das Publikum klatscht begeistert mit

Die Männer lassen Udo Jürgens noch einmal aufleben. Voller Inbrunst erzählt der Chor – begleitet von rhythmischem Klatschen des Publikums – die musikalische Geschichte vom Befreiungstraum, den ein Mann in „Ich war noch niemals in New York“ träumt. Harry Belafontes Sehnsucht-Song „Island in the Sun“ gewinnt mit den Stimmen der Männer in der Dudenhofener Kirche an Intensität, bevor sich Tenöre, Baritons und Bässe stimmgewaltig unter dem vehementen Dirigat Diehls an die „Ufer der Nacht begeben“.

Mit Keyboard, E-Gitarre, E-Bass und Schlagzeug rockt die Peter-Ihle-Band die Kirche. Ihre heißen Rhythmen kommen ohne Worte aus. Wenn Bandleader Ihle die Becken zur Jazz-Komposition „Mercy, Mercy, Mercy“ anschlägt, öffnet sich der Himmel.

Zwischen den Strophen das Grundgesetz zitiert

Der Auftritt des Deutsch-Rock-Chors füllt den Altarraum der Kirche vollends aus. „Über sieben Brücken“ präsentieren die Sängerinnen und Sänger großartig – und Diehl singt mit. Den vom Chor grandios vorgetragenen Shanty „Wellerman“ beendet der Dirigent mit einem imposanten Freudensprung.

Udo Lindenbergs „Wir ziehen in den Frieden“ passt wunderbar in die Tage, an denen Hunderttausende in Deutschland für Demokratie auf die Straße gehen. Die ersten vier Artikel des Grundgesetzes werden zwischen den Strophen verlesen. Liedertafel-Vorsitzender Roland Kursave appelliert an die Konzertbesucher, ebenfalls aufzustehen gegen die „rechte Brut“.

Mit Pop-Tenor Christian Bruns ziehen große Gefühle in die Kirche ein. Seine Interpretation des Beatles-Songs „Let it be“ erzeugt Gänsehaut, Bruns Version von John Lennons „Imagine“ lässt es still werden in den Zuschauerreihen, ganz still. Bis stürmischer Applaus den Sänger verabschiedet. Allerdings noch nicht ganz.

Zum Abschluss des Konzert hat sich die Liedertafel einen Flashmob auf der Grundlage der „Ode an die Freude“ des Komponisten Ludwig van Beethoven ausgedacht. Aus den Kehlen aller Mitwirkenden und Besucher erschallt „Freude schöner Götterfunken“, weit über den Kirchenraum hörbar. Das Lied noch auf den Lippen treten glückliche Konzertbesucher den Heimweg an, berührt von der Musik in Herzen und Seelen.

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