Rhein-Pfalz Kreis Zu Ehren einer Sportskanone
Zum 50-jährigen Bestehen der fusionierten Gemeinde Bobenheim-Roxheim veranstaltet der Verein für Naturschutz und Heimatpflege in seinem Museum eine Sonderausstellung über den Behindertensportler Siegmar Henker. Die in Zusammenarbeit mit Henkers Witwe Heiderose Henker konzipierte Schau wird am morgigen Freitag um 19 Uhr von Bürgermeister Michael Müller (SPD) eröffnet.
„Siegmar Henker – eine Sportskanone mit einzigartiger Karriere“ heißt die Ausstellung, die im Heimatmuseum Einblicke in die 35-jährige Karriere des Athleten geben soll. Zu sehen sind vier Vitrinen mit zahlreichen Exponaten und Dokumenten, darunter Pokale und Medaillen. Auf vier Stellwänden sind Urkunden und Zeitungsausschnitte zu sehen. „Beim Aufbau der Ausstellung habe ich richtig Gänsehaut bekommen“, verrät Vereinsvorsitzender Ewald Marx. „Es ist wie ein Feuerwerk, wir lassen es richtig krachen.“ Mit der an vier Sonntagen zugänglichen Schau wolle man dem Ehrenbürger der Gemeinde anlässlich seines zehnten Todestags ein Denkmal setzen. Ein Arbeitsunfall im Jahr 1971 katapultierte den 1942 in Bobenheim geborenen Maschinenschlosser im Alter von 29 Jahren aus seinem gewohnten Leben. Obwohl er fortan wegen einer Querschnittslähmung auf den Rollstuhl angewiesen war, verlor Siegmar Henker nicht den Mut und kämpfte sich mit Sport zurück ins Leben. Beruflich in der Gemeindeverwaltung tätig, startete er seine Karriere im Behindertensport 1973 zunächst als Leichtathlet und reüssierte in unterschiedlichen Disziplinen, darunter Diskus und Speerwurf, und verlegte sich später auf den Schießsport und das Bogenschießen. Angespornt durch Anfangserfolge trainierte er kontinuierlich weiter, nahm als Sportschütze erfolgreich an Meisterschaften teil und wurde mehrfach Welt- und Europameister. Höhepunkte seines Sportlerlebens waren die sechs Paralympics, an denen er teilnahm. Dort holte Siegmar Henker insgesamt 25 paralympische Medaillen, zehnmal Gold, elfmal Silber und viermal Bronze. Henkers Leistungen für den Behindertensport und als Aushängeschild seiner Heimatgemeinde wurden gleich mehrfach gewürdigt: mit dem Silbernen Lorbeerblatt, der höchsten nationalen Sportauszeichnung, der Verdienstmedaille des Landes und dem Ehrenring der Gemeinde Bobenheim-Roxheim. Siegmar Henker starb 2009 im Alter von 67 Jahren in seiner Heimatgemeinde. Die Gedenkausstellung knüpft an eine ähnliche Schau an, die 2013 in der Bobenheim-Roxheimer Geschäftsstelle der damaligen Kreissparkasse Rhein-Pfalz (heute Sparkasse Vorderpfalz) stattfand. Als Höhepunkt wird es laut Ewald Marx „echte Olympiamedaillen zum Anfassen“ geben. Eine der vier Vitrinen ist im Bürgermeisterzimmer im Obergeschoss des Heimatmuseums aufgebaut und wird als Spende der Sparkasse Vorderpfalz dort dauerhaft verbleiben. Sie enthält drei Medaillen und historische Bilddokumente, die Siegmar Henker bei einer Papstaudienz, beim Zusammentreffen mit den Bundespräsidenten Walter Scheel und Richard von Weizsäcker sowie mit Altbundeskanzler Helmut Kohl zeigen. Bei der Eröffnung am morgigen Freitag wird Heiderose Henker über emotionale Höhepunkte des Sportlers berichten. Dazu gehört sein Einzug als Fahnenträger der ersten gesamtdeutschen Paralympics-Mannschaft 1992 in Barcelona. Termin Die Eröffnung der Sonderausstellung „Siegmar Henker – eine Sportskanone mit einzigartiger Karriere“ am Freitag, 15. März, 19 Uhr, im Heimatmuseum Bobenheim-Roxheim, Friedrich Ebert-Straße 43. Geöffnet ist die Schau am 17., 24. und 31. März sowie am 7. April jeweils von 14 bis 17 Uhr. Darüber hinaus sind Besichtigungstermine möglich nach telefonischer Absprache mit Heiderose Henker, Telefon 06239 6282, und Ewald Marx, Telefon 06239 3007.