Dudenhofen / Römerberg
Zirkus-Premiere: Acker wird zur Manege
Für die Zirkus-Branche war die Corona-Pandemie eine besonders harte Zeit. Der Circus Baruk, der in der Vergangenheit schon öfter in der Domstadt gastierte, ist seit 16 Monaten in Bad Dürkheim „gestrandet“, wie Zirkus-Chefin Manuela Baruk berichtete. Die Pandemie machte Auftritte lange Zeit unmöglich. „Das war eine lange, schwere Zeit“, sagte Baruk im Gespräch mit der RHEINPFALZ.
Umso größer ist die Freude, dass mittlerweile wieder Vorstellungen möglich sind, wenn auch unter Berücksichtigung der 3G-Regel und unter Beachtung der üblichen Hygienevorschriften. Der Platz neben der K27 zwischen Berghausen und Dudenhofen sei jetzt die zweite Station nach einem Gastspiel in Neustadt, erklärte Baruk. Allerdings hätte die Zirkusfamilie ihr Zelt am liebsten da aufgeschlagen, wo es auch in vergangenen Jahren schon stand: am Hockeyclub in Speyer. Doch das sei dem Familienunternehmen diesmal verwehrt worden, bedauerte Baruk. Wo also sollte die Show steigen?
Retter in der Not war der Dudenhofener Landwirt Tim Ballreich vom „Martinshof“. Er hat der Zirkusfamilie angeboten, dass sie ihr Zelt auf einem abgeernteten Acker zwischen Dudenhofen und Berghausen aufbauen kann. Der Kontakt sei zustande gekommen, als die Familie örtliche Landwirte angefragt habe, ob sie Futter für die Zirkustiere zur Verfügung stellen können, berichtete Baruk. Die Familie ist Ballreich sehr dankbar für die Möglichkeit, auf seinem Gelände Station machen zu dürfen. Weil dieses direkt neben dem Mitfahrerparkplatz an der B9 liegt, gibt es für die Gäste auch Parkmöglichkeiten.
Lampenfieber vor Premiere
Ideal ist der Platz für den Zirkus freilich nicht. Auch wenn die Familie ihr Bestes getan hat, das Gelände mit Stroh und Sägespäne zu präparieren, ist das „Geläuf“ durch den Regen der vergangenen Tage tief. Das macht nicht nur den Künstlern, sondern auch den Tieren in der Manege Probleme, wie die Zirkus-Leiterin erzählte. Das Lampenfieber sei vor der Premiere schon groß gewesen, sagte Manuela Baruk. „Nach so langer Zeit bin ich vor allem froh, wenn nichts passiert“, beschrieb sie ihre Gefühlslage während der Vorstellung. Baruk ist aber guter Dinge, dass sich die Truppe, die hauptsächlich aus der eigenen Familie besteht, mit ihrem Programm immer besser einspielt.
Die rund 180 großen und kleinen Gäste, die zur Premiere gekommen waren, bedachten Artisten, Dompteur oder Clown jedenfalls mit viel Applaus. Dieser habe den Zirkuskünstlern in den vergangenen Monaten neben den Einnahmen besonders gefehlt, berichtete Baruk. Zu bestaunen gab es unter anderem Kraftpaket Giovanni, der nicht nur am Trapez, sondern auch beim gleichzeitigen Balancieren und Jonglieren eine gute Figur machte, sowie Pferde, Kamele und sogar ein Einhorn, die in der Manege ihre Runden drehten. Artistin Jacqueline bewies Geschick mit ihren Füßen, als sie eine sich drehende, brennende Rolle in der Luft hielt, und Clown Aljoscha wurde mit Hilfe einer Zuschauerin und mehrerer Luftballons kurzzeitig zu Wilhelm Tell. Wer diese und weitere Zirkusnummern nicht verpassen will, hat noch bis zum 14. November zwischen Dudenhofen und Römerberg die Gelegenheit dazu: täglich um 16 Uhr, sonntags um 15 Uhr, am Dienstag ist Ruhetag.
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