Rhein-Pfalz Kreis Zimmer und Stellen voll belegt

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Ein Jahr nach der Eröffnung sind im Caritas-Altenzentrum St. Magdalena in Bobenheim-Roxheim alle 60 Einzelzimmer belegt. Nicht nur das macht Heimleiter Uwe Stahl zufrieden. „Es haben sich auch gute Kooperationen mit Kindergärten und Vereinen ergeben“, sagt der Lambsheimer. An Ehrenamtlichen, die den alten Menschen mal vorlesen oder sie beim Essen unterstützen, herrsche aber noch Mangel.

Anfang Mai 2015 zogen 26 Bewohner eines stillgelegten Caritas-Hauses in Friesenheim nach Bobenheim-Roxheim in den Pfalzring, wo ein modernes Pflegeheim gebaut worden war. Dass dort nicht gleich Vollbetrieb herrschte, war kein Nachteil. Uwe Stahl lässt durchblicken, dass das neue Konzept eine große Umstellung für die Caritas-Angestellten war. Denn dort leben die Bewohner, wie berichtet, in fünf Hausgemeinschaften, die alle eine eigene Küche und feste Betreuungspersonen haben. Die Pflegefachkräfte dagegen sind für alle Senioren zuständig. „Vor allem der Küchenbetrieb ist zeitaufwendig“, gibt Uwe Stahl ein Beispiel für Dinge, die anders sind als in Friesenheim. Im März wurde die letzte Wohngruppe eröffnet, sie ist hauptsächlich für Demenzkranke gedacht. Vollbelegung herrscht auch im Stellenplan, 50 Mitarbeiter beschäftigt das Haus. Ein wichtiges Prinzip ist die Verankerung des zentral gelegenen Pflegeheims im Dorfleben. Bürgerfest, Kerwe, Bolzplatz, Flohmarkt: Die Senioren schätzten die Aktivitäten vor ihrer Haustür, versichert Stahl. Und sie haben gern Besuch. Regelmäßig schauen die beiden katholischen Kitas vorbei, die Naturfreunde haben im Haus ein Herbstfest gefeiert, die Fasnachtsgarden ihre Tänze vorgeführt und der Shantychor hat ein Konzert gegeben. Kürzlich war die Wallfahrtsgruppe zu Gast und hat sich Lieder singend auf die Hausgemeinschaften verteilt. Uwe Stahl ist begeistert, denn „alles mit Gesang ist für die Bewohner ganz toll.“ Und auch die Realschule plus kooperiert mit dem Seniorenzentrum, schließlich ist die Altenpflege ein potenzielles Berufsfeld für die angehenden Auszubildenden. Was Uwe Stahl ein wenig besorgt, ist die relativ geringe Zahl von Einzelpersonen, die sich ins Heimleben einbringen. Man kennt das von anderen Einrichtungen, wo vorzugsweise Menschen, die nicht (mehr) berufstätig sind, regelmäßig vorbeikommen, um mit den Pflegebedürftigen zu singen, zu spielen, zu basteln oder mal mit jemandem spazieren zu gehen. Mögliche Gründe für den Mangel an Ehrenamtlichen sieht Uwe Stahl in der Flüchtlingshilfe, die viele Kräfte benötigt, und in gewachsenen Beziehungen zu der Pflegeeinrichtung, die bis zum Neubau des Caritas-Heims lange im Dorf ansässig war, dem Johanniterhaus, das sich jetzt in Kleinniedesheim befindet. Der Palliativbereich von St. Magdalena hat sich nach Angaben Stahls sehr positiv entwickelt. „Wir haben schon etliche Sterbende aus Krankenhäusern aufgenommen“, berichtet der 52-Jährige. Diese in einer Hausgemeinschaft zusammenzufassen, „davon sind wir abgerückt“, sagt Stahl. „Das hätte dann so etwas von einer Todesstation.“ Großes Lob spendet er dem Verein zur Förderung der ambulanten Palliativversorgung Rheinhessen/Pfalz, der im benachbarten Worms angesiedelt ist und mit dem man sehr gut zusammenarbeite. Der Tod werde in St. Magdalena nicht tabuisiert, darauf legt die Heimleitung großen Wert. Gut sichtbar in der öffentlichen Caféteria liegt ein Buch aus, in dem jedem verstorbenen Bewohner eine schön gestaltete Doppelseite mit Foto gewidmet ist und das laut Uwe Stahl häufig durchgeblättert wird. „So sehen unsere Senioren: Ich bin nicht vergessen, wenn ich tot bin.“ (ww)

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