Rhein-Pfalz Kreis Zeitdruck? Pah!

Das Außengelände des Hauses Sonnenschein der Kita Regenbogen in Dannstadt-Schauernheim soll neugestaltet werden. Für den Hof ste
Das Außengelände des Hauses Sonnenschein der Kita Regenbogen in Dannstadt-Schauernheim soll neugestaltet werden. Für den Hof stellt sich der Architekt einen Begegnungsplatz mit Sonnenornament vor.

«Dannstadt-Schauernheim.» Wegen des anhaltenden Babybooms benötigen viele Kitas im Land neue Räume. Damit die Jungen und Mädchen auch im Freien spielen können, ist ein passendes Außengelände nötig. Wie das für das Haus Sonnenschein der Kita Regenbogen in Dannstadt-Schauernheim aussehen könnte, hat Architekt Michael Klee dem Bauausschuss vorgestellt. Der Ausschuss sollte der Planung noch am gleichen Abend zustimmen, damit die nötigen Arbeiten sofort hätten ausgeschrieben und vom Gemeinderat im März an eine Firma vergeben werden können. Sollte. Hat er aber nicht. Und damit ist der Plan der Verwaltung nicht aufgegangen. Die hatte sich vorgestellt, dass die Bauarbeiten spätestens im Mai beginnen und das Außengelände nach den Sommerferien genutzt werden kann. Mit den gerade entstehenden neuen Räumen für zwei weitere Kita-Gruppen wird das Haus Sonnenschein im ehemaligen Hauptschultrakt der Kurpfalzschule bald derer vier beherbergen sowie den Hort. Das macht bis zu 140 Kinder. Für sie – sowie ihre Erzieherinnen und Eltern – hat sich Klee einen großen Begegnungsplatz am neuen Haupteingang an der Haardstraße im Südwesten des Geländes überlegt. Diesen soll sich ein Sonnenornament zieren, mit einem großen Baum in der Mitte und gelbblühenden Pflanzen. Daran soll ein Sandspielplatz mit Matschspielecke für die jüngeren Kita-Kinder anschließen. Ein Verbindungsweg, der auch als Bobby-Car-Rennstrecke genutzt werden kann, führt zum zweiten Spielplatz im Nordwesten, auf dem ehemaligen Parkplatz neben dem Rasensportplatz. Dort schlägt Klee eine Schaukel sowie ein Abenteuerspielgerät mit Baumhauscharakter vor. Gegen diesen Entwurf hatten die Ausschussmitglieder grundsätzlich nichts einzuwenden. Sie störte allerdings, dass sie diese Pläne erst einen Tag vor der Sitzung erhalten hatten. Mal wieder, wie Marc Hauck (FDP) bemängelte. Und mal wieder sei nicht genügend Zeit gewesen, das Thema ausführlich zu beraten, geschweige denn in den Fraktionen abzustimmen. Ortsbürgermeister Bernd Fey (CDU) und Büroleiter Markus Lehmann von der Verbandsgemeindeverwaltung betonten, dass sie wegen des drohenden Zeitverlusts von mindestens vier Wochen pragmatisch handeln wollten. Als der Ausschuss jedoch ebenfalls zum ersten Mal davon erfuhr, dass eine Baufirma den vorhandenen Spielplatz, der sich neben dem Neubau für die zwei neuen Gruppen befindet, zerstört hat – der Schaden von 9000 Euro soll von dem Unternehmen eingetrieben werden – und Architekt Klee die Kosten für das neue Außengelände auf 350.000 Euro schätzte, wuchs das Unbehagen noch. Denn im Haushalt sind lediglich 300.000 Euro eingeplant. Da half auch Lehmanns Einwand nicht, es handle sich nur um eine Vorberatung und die Arbeiten vergebe ohnehin der Rat. „Dann ist es aber vielleicht zu spät und wir bekommen Zahlen vorgelegt, bei denen wir uns wieder vergewaltigt fühlen so wie jetzt“, antwortete Johannes Kupper (CDU). Daneben störte ihn, dass Klee mit Spielgeräten aus Holz kalkulierte. Damit habe die Kommune beim Spielplatz „Unsere kleine Welt“ schlechte Erfahrungen gemacht. Da ein Konsens nicht in Sicht war, vertagte der Ausschuss das Thema. Nun soll der Rat am 19. März darüber befinden. Ähnlich verlief die Debatte über den CDU-Antrag, den nördlichen Teil des Gutenbergplatzes als Spielplatz zu ertüchtigen und dort ein geeignetes Spielgerät aufzustellen. Sachbearbeiter Roland Argus schlug einen Turm mit Kletter- und Turnmöglichkeiten vor sowie einen Zaun rund um das Gelände. Das Gerät hielt Beate Berg (CDU) für zu langweilig, zumal dasselbe auf allen Spielplätzen stehe. Almut Schaab-Hehn (Grüne) regte ebenfalls etwas Neues an, etwa einen Matschspielplatz. Gerlinde Braun (SPD) monierte die kurze Beratungszeit, Hauck die erneut kurzfristige Information, die viele Fragen offen lasse. „Das ist schon wieder so eine Wundertüte.“ Auch hier fällte der Ausschuss daher letztlich keine Entscheidung.

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