Rhein-Pfalz Kreis Zeit gewinnen für altes Anliegen

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Im Dirmsteiner Neubaugebiet Nachtgärten entsteht ein neuer Edeka-Supermarkt. Damit dieser 1200 statt nur 800 Quadratmeter Verkaufsfläche haben darf, müsste ein Einzelhandelskonzept, das die überörtliche Bedeutung des Marktes nachweist, fortgeschrieben werden. Nach der Ablehnung in Laumersheim (wir berichteten) hat der Gerolsheimer Gemeinderat seine Entscheidung darüber vertagt.

Für ein altes Anliegen soll so Zeit gewonnen werden: die Fortführung des Rad- und Fußwegs zwischen den beiden Dörfern entlang der K 24. Dieser beginnt am Ortsausgang von Gerolsheim und endet in einer Kurve, ein gutes Stück vom Dirmsteiner Ortsschild entfernt. Wer als Radfahrer oder Fußgänger auf sicherem Weg in die Nachbargemeinde will, muss an dieser Stelle die Kreisstraße queren, um über Feldwege in die Ortsmitte von Dirmstein zu gelangen. Würde der Weg an der K 24 weitergebaut werden, käme man direkt ins Neubaugebiet Nachtgärten und an den neuen Supermarkt. „Dass das Einzelhandelskonzept derzeit auf Eis liegt, verschafft uns Luft, an den Rad- und Fußweg zu erinnern“, sagte Ortsbürgermeister Erich Weyer (FWG) im Gemeinderat. Der ersten Fassung habe man im Jahr 2011 mehrheitlich zugestimmt. Der Beschluss zur Fortführung des Konzepts solle nun aber vertagt werden, „bis wir genauere Aussagen des Landkreises zum Planungsstand des Wegs haben“, erklärte Weyer. Dass die Gerolsheimer wieder laut für die Verlängerung trommeln, hat einen Grund. Laut Weyer ist mit der Aktualisierung des Einzelhandelskonzepts nach jahrelangem Stillstand wieder Bewegung in die Sache gekommen. Das bestätigt auf Anfrage Erwin Fuchs, Bauamtsleiter der Verbandsgemeinde Grünstadt-Land. Vorausgegangen seien Gespräche mit den beiden Grundstückseigentümern an der K 24, einer Privatperson und dem an der Kreisstraße ansässigen Landhandel. Ein großes Stück der für den Rad- und Fußweg benötigten Fläche habe der Kreis bereits vor vielen Jahren erworben. „Beide Grundeigentümer haben signalisiert, dass sie einen etwa 2,50 Meter großen Streifen für den Lückenschluss verkaufen würden“, berichtete Fuchs. Das habe die Verwaltung dem Kreis gemeldet. „Von dort haben wir die Rückmeldung erhalten, dass man sich in der Sache Radweg bereits an den Landesbetrieb Mobilität gewandt hat.“ Weil sich am südlichen Ortsrand von Dirmstein derzeit viel tut, sei es sinnvoll, den Weg endlich fortzuführen, sagte Fuchs. So entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Schwaab eine Wohnanlage für betreutes Wohnen. Und im Neubaugebiet Nachtgärten startet im kommenden Jahr der Hausbau. Auch der Supermarkt kommt, nun wohl mit einer Verkaufsfläche von nur 800 Quadratmetern. Erwartungen, dass es mit dem Weg schnell gehen könnte, erteilt der Bauamtsleiter aber einen Dämpfer. „Aus Erfahrung weiß ich: Bis eine verbindliche Aussage vom Kreis kommt, dass der Radweg gebaut wird, vergehen Jahre.“ Nicht zuletzt müssten beim Land Zuschussanträge gestellt werden. Den Wunsch des Gerolsheimer Rats nach der Verlängerung des Wegs kann Fuchs nachvollziehen – die Entscheidung, den Beschluss des Einzelhandelskonzepts zu vertagen, dagegen nicht. „Das Konzept mit dem Bau des Wegs zu verknüpfen, bringt uns nicht weiter“, betonte Fuchs, der auch die Ablehnung des Laumersheimer Rats bedauert. „Jetzt gibt es keinen großen Supermarkt und zunächst auch noch keinen Radweg.“ Als Supermarktverhinderer wollen sie in Gerolsheim aber nicht dastehen. In der jüngsten Gemeinderatssitzung bekräftigten alle Fraktionen, nicht gegen den Bau eines größeren Markts in Dirmstein zu sein. Gleichwohl kam Kritik am Einzelhandelskonzept auf. „Das Konzept ist verdammt bürokratisch und wurde von Anfang an falsch aufgezogen“, sagte Eva Vogel. Weil der Einzugsbereich des Dirmsteiner Markts größer sei als die drei betroffenen Gemeinden, hätten alle Nachbarorte berücksichtigt werden müssen, auch Heuchelheim, befand die CDU-Politikerin. „Man hätte das Konzept nicht willkürlich an der Kreisgrenze ausrichten sollen.“ Mathias Vogel (FWG) sagte: „Wir in Gerolsheim entscheiden für die Sicherheit unserer Bürger. Die wollen in Dirmstein einkaufen, müssen aber auch sicher da hinkommen.“ |gnk

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