Bobenheim-Roxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Woran Bürgermeister Müller und sein Team 2021 arbeiten wollen

Michael Müller vor einem Geburtstagsgeschenk: Die Kinder der Rheinschule haben ihn porträtiert und daraus eine Collage gemacht.
Michael Müller vor einem Geburtstagsgeschenk: Die Kinder der Rheinschule haben ihn porträtiert und daraus eine Collage gemacht. »Fast täglich entdecke ich da neue Details an mir«, sagt er. »Sogar Haare auf dem Kopf.«

Dieses Jahr wird für Michael Müller (SPD) ein besonderes: Er stellt sich im Herbst zur Wiederwahl im Amt des Bürgermeisters. Aber es gibt noch andere Dinge, die in seinem Job Spannung versprechen und die Gemeinde weiterbringen sollen.

Sofern die zuständige Behörde zustimmt, wird in der einzigen verbandsfreien Gemeinde der Region Frankenthal am 26. September der Bürgermeister in direkter Wahl bestimmt. Oder im Oktober, sofern eine Stichwahl notwendig ist, wonach es derzeit bei nur zwei Kandidaten nicht aussieht. Wenn die Bobenheim-Roxheimer finden, dass Michael Müller bislang alles richtig gemacht hat, dürfte seiner Wiederwahl nichts im Wege stehen. Das würde zu seiner Überzeugung passen, dass sein Wahlkampf sich nicht auf ein paar Monate vor dem Termin beschränkt, sondern sich über alle acht Amtsjahre erstreckt hat.

Viel ist in diesen Jahren passiert, aber weil dieser Artikel aus der Serie „Was war, was kommt“ noch kein Wahlkampfartikel sein soll, wirft Müller nur einen Rückblick auf 2020 und da auch nur auf „die großen Brocken“. Zu denen darf das Millionenprojekt Sozialer Wohnungsbau zählen, das im Südring ab Februar ein Quartier für 24 Haushalte bietet. Der jahrelange Traum der Bobenheim-Roxheimer vom Ausbau der Theodor-Heuss- und Mörscher Straße wurde Anfang Dezember Wirklichkeit. Zwei Jahre hatte die Umgestaltung der 1,2 Kilometer langen Ost-West-Achse durch den Ort gedauert.

Niederlage des Jahres 2020 war das Silberseeurteil

„Und ich konnte einen Schlussstrich unter den Silberseeplan ziehen“, sagt der Bürgermeister bitter. Denn ein Erfolg war damit keineswegs verbunden. Einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts zufolge können aus Naturschutzgründen weder der Hotelbau und die neuen Wassersportanlagen noch die Herrichtung eines Seerundwegs und der Gastronomie am Badestrand umgesetzt werden. In diesem Jahr wird sich juristisch entscheiden, ob dieser Richterspruch endgültig ist.

Und dann war da noch das neuartige Coronavirus. „Ein Horror“, sagt der 50-Jährige und denkt zurück an die Silberseesperrungen und den Ausfall der großen Feste und Vereinsversammlungen, bei denen er mit Kugelschreiber und Zettel in der Jackentasche gern mit den Bobenheim-Roxheimern ins Gespräch gekommen wäre. Dass „diese Möglichkeit der Kommunikation fehlt“, bedauert er sehr. Aber was die Infektionszahlen und Todesfälle betrifft, sei die Gemeinde bislang „mit einem blauen Auge davon gekommen“.

Seine Hobbys sind Holz und Hund

Für ihn persönlich brachte die Pandemie keine übergroßen Einschränkungen mit sich. „Holz hacken und mit dem Hund spazieren gehen sind meine Hobbys“, erzählt er. „Das war trotz Corona möglich.“ Aber seine beiden Kinder tun ihm leid. Die Tochter machte Abitur, ohne das mit Ball und Party feiern zu können, dem Sohn wird es vielleicht kaum anders ergehen. „Das macht mich wirklich traurig.“

Freude machen Müller dagegen ein paar Pläne für dieses Jahr, zum Beispiel die nächsten Schritte zur Erweiterung der Rheinschule. Bis 2023 werden dafür 2,85 Millionen Euro ausgegeben. Für die Erschließung neuer Wohnflächen südlich des Südrings sollen erste Weichen gelegt werden. „Das Büro Piske hat eine Grobplanung gemacht“, sagt Müller. Im Frühjahr soll in der Gemeinde der „Windelsack“ eingeführt werden, in den nächsten Wochen wird die ehemalige Fahrschule auf dem Kurpfalzplatz wiederbelebt.

Außenstelle als Beratungszentrum

Dass dort eine Rathaus-Außenstelle eingerichtet wird, muss als geniale Idee bezeichnet werden. Denn wenn dort die Beauftragten für Jugend, Senioren, Behinderte und Gleichstellung sowie Pflege- und Rentenberatung, der Migrationsbeirat und die Tafel ansässig werden, entsteht ein vielgliedriges Kommunikations- und Beratungszentrum an einem Standort, der unbedingt der Aufwertung bedarf. „Das Thema Tagespflege soll noch mal angegangen werden“, stellt der Ortschef in Aussicht. 2019 hatte der Gemeinderat den Bedarf für eine Altenpflege in halbstationärer Form anerkannt, sich aber nicht über das Wie und Wo einigen können.

Das Jahrzehnte alte Thema Umgehungsstraße sieht Michael Müller dagegen gerade mal wieder in der Versenkung verschwunden. „Vor der Landtagswahl wird sich da nichts Neues tun“, ist er sicher. Letzter Stand ist, dass über eine Trasse mit Bypass in die Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim nachgedacht wird und das Land erst einmal Verkehrsdaten erheben lässt.

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