Rhein-Pfalz Kreis Wohnungen dringend gesucht

Mutterstadt. Geeigneten Wohnraum für die Flüchtlinge zu finden, ist die größte Herausforderung für den Rhein-Pfalz-Kreis und seine Gemeinden. Das ist in der Diskussionsrunde zum Thema „Flüchtlinge in Mutterstadt“ am Donnerstag deutlich geworden. Der zuständige Kreisbeigeordnete Martin Haller (SPD) gab einen Überblick über aktuelle Zahlen und Unterbringung der Flüchtlinge im Landkreis. Die ehemalige Landtagsvizepräsidentin Hannelore Klamm erläuterte die Situation in Mutterstadt.
Zu der Runde, zu der rund 40 Interessierte gekommen waren, hatte der SPD-Ortsverein ins Palatinum eingeladen. Zahlreiche Konflikte weltweit haben den Strom an Flüchtlingen anwachsen lassen. Das bekommt auch der Rhein-Pfalz-Kreis zu spüren: Wurden im vergangenen Jahr noch 304 Asylsuchende in den Gemeinden aufgenommen, wuchs die Zahl bis Ende Mai 2015 um weitere 322 Personen an. Mit den 361 Flüchtlingen, die schon vor 2014 untergebracht wurden, leben bereits 987 in der Region. „Es wird wahrscheinlich noch in diesem Monat soweit sein, dass im Rhein-Pfalz-Kreis 1000 Menschen Zuflucht suchen“, rechnete Martin Haller vor. „Das ist eine gewaltige Zahl und stellt den Kreis vor gigantische Herausforderungen“, sagte der Kreisbeigeordnete und SPD-Landtagsabgeordnete. Das größte Problem sei, geeignete Unterkünfte für die vielen Neuankömmlinge zu finden. „Wohnraum ist die allergrößte Baustelle“, erklärte Haller. Die Flüchtlinge sollen möglichst dezentral untergebracht werden. „Wir möchten die Menschen nicht in großen Einrichtungen oder Containerlagern verstauen. Denn dort ist eine Integration in die Gesellschaft nur schwer möglich.“ Deshalb warb der 31-jährige Politiker dafür, leerstehende Wohnungen den Kommunen zur Verfügung zu stellen. Es werde auch ein „sehr vernünftiger Mietpreis“ bezahlt. „Was können wir Bürger tun?“, fragte ein Zuhörer. Es werden dringend Ehrenamtliche gesucht, die den Auswanderern im Alltag helfen und Deutsch unterrichten, erläuterte Haller. Auf die Lage der Flüchtlinge in Mutterstadt ging Hannelore Klamm ein: „Aktuell hat Mutterstadt im Jahr 2015 ein Kontingent von 98 Flüchtlingen aufzunehmen.“ In der ersten Jahreshälfte wurden 23 aufgenommen. Sechs Asylsuchende kamen im katholischen Pfarrhaus unter, die anderen wurden in zwei Anwesen in der Neustadter Straße einquartiert. Außerdem hat die Gemeinde ein Grundstück in der Luitpoldstraße gekauft. Dort entstehen fünf Wohnungen in zwei Häusern, die Platz für 20 bis 25 Personen bieten. Diese Unterkünfte werden nun eingerichtet und sollen im Herbst bezugsfertig sein. Außerdem wird derzeit die Wohnanlage „Im Brunnensee“ saniert, dort sollen ebenfalls 20 bis 25 Flüchtlinge zunächst wohnen. „Wir gehen davon aus, dass wir dieses Jahr alle Personen dezentral unterbringen können“, sagte Klamm. „Wenn die Situation jedoch unverändert bleibt, wird es nächstes Jahr deutlich schwieriger.“