DUDENHOFEN
„Wohnpark am Hainbach“: Grünen beklagen „Fehleinschätzung“
Die Grünen fordern eine grundsätzliche Neuplanung.Die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen hat bei der Sitzung des Ortsgemeinderats Anfang November die Aufstellung des Bebauungsplans „Wohnpark am Hainbach“ abgelehnt. „Die Zustimmung der anderen vier Fraktionen zur Aufstellung des Bebauungsplanes war aus unserer Sicht ein falsches Signal an den Investor“, schreiben die Grünen in einer Stellungnahme. „Mit einer Ablehnung des Bebauungsplanes hätte dieser einen Alternativplan in verkleinerter Form vorlegen müssen, und ein Großteil des Baumbestandes auf dem Grundstück hätte erhalten werden können.“ Offenbar hätten die anderen Fraktionen im Rat in der Hoffnung zugestimmt, dass es durch die Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden eine Änderung des Bebauungsplanes geben werde. „Dies war eine dramatische Fehleinschätzung“, so die Grünen.
Sie fordern den Bauherren auf, das Bauvorhaben grundsätzlich zu überplanen und auf mindestens eines der geplanten vier Gebäude zu verzichten dabei. Negative Auswirkungen auf Tierwelt und Kleinklima durch den Kahlschlag müssten ausgeglichen und entsprechende Flächen auf dem Grundstück vorgehalten werden. „Sichergestellt werden muss in diesem Zusammenhang auch die Vorhaltung von Flächen für die Versickerung oder Rückhaltung des Niederschlagswassers“, findet die Fraktion.
In der Trifels- und Kalmitstraße gelte es, einen verkehrsberuhigten Bereich zu erhalten. Außerdem müssten auf dem Gelände des Wohnparks ausreichend Parkmöglichkeiten geschaffen werden. Die Grünen: „Ebenso unterstützen wir die Forderung der Schaffung eines direkten Fußweges über den Hainbach zur Vermeidung von noch mehr Pkw-Verkehr im bestehenden Wohngebiet.“
„Grüne Lunge beseitigt“
Ein einzigartiges Biotop mit altem, bis zu 150-jährigen Baumbestand sei „ohne Einhaltung des rechtlichen Verfahrensweges zerstört“ worden, beklagt der Natur- und Vogelschutzverein. „Aus einem künftigen Wohnpark wurde so leider eine Wohnwüste“, schreibt der Vorstand. „Wer die ,grüne Lunge’ von Dudenhofen einfach beseitigt, darf sich nicht wundern, wenn er nicht mehr atmen kann“, heißt es in dem Brief. Brut-, Lebens- und Überwinterungsräume für viele Arten seien zerstört worden. „Das in aller Eile, viel zu spät erstellte und deshalb unvollständige Artenschutzgutachten konnte den tatsächlichen Tierbestand des Geländes nicht erfassen.“ Ein Kompromiss mit zwei statt vier Mehrfamilienhäuser hätte den alten Bäumen und ihren Bewohnern das Leben retten und den zukünftigen Bewohnern und den Bürgern im Umfeld ein Wohlfühlklima erhalten können.
„Wir erwarten, dass dieses rücksichtslose Handeln Konsequenzen nach sich zieht und dass bestehende und künftige Projekte im Sinne der Dudenhofener Bürger entschieden werden und die Belange des Naturschutzes und des Klimawandels endlich ernst genommen werden“, fordern die Naturschützer. „Außerdem erwarten wir, dass der Verlust von den Verantwortlichen kompensiert wird.“