Hochdorf-Assenheim
Wohlfühlkreisel für Bienen und Echsen in Hochdorf
„Nicht einfach“, kommentiert Walter Schmitt angesichts der zahlreichen Quecken, die sich dort seit ein paar Jahren stark ausgebreitet haben. „Die Quecken sind ein Problem“, attestiert auch Christiane Brell. „Sie sind schwer zu entfernen, da sie sich ober- und unterhalb der Folie befinden“, erläutert die Diplombiologin aus Dudenhofen.
In Zusammenarbeit mit der Expertin möchte Schmitt auf der Kreiselfläche eine naturnahe Wildblumenwiese anlegen. Dazu soll auch ein Teil des Oberbodens entfernt und durch feinkörniges Substrat ersetzt werden, erläutert Brell. Anschließend erfolgt eine Aussaat mit zertifiziertem Saatgut ein- und mehrjähriger heimischer Wildblumen aus der Region. „Im ersten Jahr wird der Kreisel wegen des aufgehenden Nelken-Leimkrauts rosa blühen“, erklärt sie.
Grüner und günstiger
Die Diplombiologin kann dabei auf eigene Erfahrungen zurückgreifen. In ihrem Wohnort hat die Vorsitzende des Natur- und Vogelschutzvereins Dudenhofen mit Vereinsmitgliedern einen Fahrbahnteiler naturnah begrünt. Für ihre Arbeiten sind sie 2018 von der bundesweiten Initiative „Deutschland summt! Wir tun was für Bienen“ mit einem zweiten Preis bedacht worden. Bekannt ist Brell im Rhein-Pfalz-Kreis auch durch ihre Vorträge über insektenfreundliches Gärtnern. „Auch in Zeiten von Corona müssen wir an Arten- und Klimaschutz denken“, betont sie.
Der Optik wegen sollen auf dem Hochdorfer Kreisel außer Saatgut auch Jungpflanzen ausgebracht werden. Ein Exemplar pro Quadratmeter hat Brell dafür vorgesehen. Zusätzlich kämen noch heimische Kleingehölze dazu. Für das Plateau des Kreisels sind Sandarien vorgesehen. „Drei Viertel unserer Wildbienenarten, darunter die schon aktiven Sandbienen, nisten im Boden“, erläutert die Expertin. Aber auch sonnenhungrige Eidechsen schätzen solche Sandflächen.
Für die Gemeinde schlugen etwa 5800 Euro pro Jahr für Bauhof, Wasser und den externen Unterhalt des Hochdorfer Kreisels und der Fahrbahnteiler zu Buche, wie die Verbandsgemeindeverwaltung mitteilt. Dieser kostenträchtige Pflegeaufwand soll sich künftig auf ein- oder zweimaliges Mähen im Jahr reduzieren. Für den Assenheimer Kreisel an der Friedhofstraße samt Mitfahrerparkplatz fallen Kosten von etwa 6700 Euro jährlich an. Er soll ebenfalls umgestaltet werden.