Rhein-Pfalz Kreis „Wir freuen uns über das Ärztehaus“
. Das Mutterstadter Ortszentrum bekommt ein neues Gesicht. So investiert die Gemeinde aktuell viel Zeit und Geld, um die Straßen, Plätze und Gehwege neu anzulegen (wir berichteten mehrfach). Außerdem hat die Verwaltung gemeinsam mit Bauträger Bamac seit Sommer 2013 die Weichen für ein „wichtiges strukturpolitisches Projekt“ gestellt, wie Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD) nicht ohne eine Portion Stolz berichtet. Dass er mit seiner Einschätzung zum neuen Wohn- und Gesundheitszentrum in der Oggersheimer Straße – es ist nur einen Steinwurf von Rathaus sowie Großbaustelle Ortszentrum entfernt – nicht falsch liegt, zeigt ein Blick auf den Parkplatz: 67 Stellplätze gibt es hier. Und trotzdem ist erst einmal keine Parklücke zu sehen. Denn im ersten Haus des aus zwei Gebäuden bestehenden Komplexes herrscht schon reger Betrieb: Die Mutterstadter finden hier eine Apotheke und ein Sanitätshaus sowie mehrere Ärzte (unter anderem zwei Allgemeinmediziner und ein Orthopäde) und medizinische Dienstleister. Die ganze Palette des Gesundheitsspektrums wird im Prinzip abgedeckt sein, wenn im Mai auch das zweite Haus fertig wird. „Dort zieht ins 230 Quadratmeter große Erdgeschoss eine Zahnarztpraxis ein“, sagt Bamac-Geschäftsführer Michael Kuffler. „Für den Ort ist die Versorgung durch Mediziner wichtig, und für die Ärzte ist das Zentrum gut, weil es kurze Wege garantiert“, ist Schneider überzeugt. Der volle Parkplatz sei Beleg dafür, dass die Ärztehaus-Idee funktioniere – es sei auch für die Bewohner des Seniorenzentrums in der Nachbarschaft wichtig. Der Gemeinde hatte das gut 3000 Quadtatmeter große Grundstück gehört, auf dem bis vor ein paar Jahren mehrere landwirtschaftliche Betriebe angesiedelt waren. Der Kaufvertrag mit Bamac ist im Dezember 2013 geschlossen worden. Aufgrund der „strukturpolitischen Bedeutung des Vorhabens lag die Summe zehn Prozent unter dem Normalpreis“, erklärt Schneider. Er lobt Kuffler: „Als Bamac mit ins Boot kam, kam Bewegung in das Projekt.“ Und Kuffler freut sich über die gute Resonanz: Die Flächen in den beiden Häusern (1260 und 998 Quadratmeter) wird er eigenen Angaben zufolge für insgesamt gut acht Millionen Euro verkaufen. Das Projekt habe sich auch aus wirtschaftlicher Sicht gelohnt: „Wir haben ein gutes Ergebnis. Das war auch sehr wahrscheinlich, da viele Ärzte an den Räumen hier interessiert waren.“ Auch die Vermarktung der acht Wohnungen (drei in Haus eins, acht in Haus zwei) laufe gut. „In Haus eins ist noch eine 130 Quadratmeter große Penthousewohnung frei, in Haus zwei ist noch eine Wohnung frei, die 86 Quadratmeter groß ist. Der Rest ist verkauft.“ Das Gebäudeensemble halten Kuffler und Schneider auch optisch für gelungen. Deshalb loben sie den Mannheimer Architekten Simon Fischer, der sehr engagiert gearbeitet habe. „Das Zentrum fügt sich sehr gut ins Ortsbild ein“, betont Schneider. Kuffler ist zudem die hochwertige Bauweise samt entsprechender Ausstattung wichtig. Dazu gehöre auch ein Blockheizkraftwerk für eine preiswerte Stromversorgung. Der Bamac-Chef fiebert der Fertigstellung von Haus zwei entgegen. „Wenn alles fertig ist, fände ich einen Tag der offenen Tür für die Bürger schön“, sagt Kuffler. Und Schneider verrät noch, warum er so stolz ist: „Wir freuen uns über das Ärztehaus. Bürgermeisterkollegen haben mich angesprochen. Sie haben auch Interesse an so einem Projekt.“