Rhein-Pfalz Kreis Wintermärchen auf Kufen

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Mutterstadt. In ein märchenhaftes Winterwunderland hat der Eiszirkus „Russian Circus On Ice“ das Palatinum in Mutterstadt verwandelt. Erzählt wurden vier Märchenklassiker in einer Symbiose aus Eisballett und russischer Zirkusromantik. 22 Künstler drehten Pirouetten, zeigten spektakuläre Akrobatik und spielten herzerwärmende Märchenweisen.

Alles auf Eis und alles auf Kufen, so hatte der Veranstalter das Wintermärchen beworben. Gerade dieser Aspekt bereitete viele Besucher im Vorfeld Kopfzerbrechen: „Wo wird die Eisfläche sein? Und wird sie nicht schmelzen bei Raumtemperaturen? Bin ich dick genug angezogen für eventuelle frostige Temperaturen?“, wurden Sorgen unter den wartenden Eisshow-Gästen laut. Doch der „Russian Circus On Ice“ würde nicht seit 50 Jahren Artistik, Glamour und höchste technische Perfektion auf Kufen zeigen, hätte er nicht eine Lösung für kleinere Bühnen fernab der Eisstadien parat: Kunsteis. Der Bühnenboden des Palatinums war mit dünnen Kunststoffplatten ausgelegt, nur die Farbe weiß gaukelte Echtheit vor. Die neue Produktion des weltweit ersten Eiszirkus seiner Art, führt den Zuschauer in das Zauberreich der Winterfee, wo das Gute und das Schöne herrschen, wo Träume wahr werden und wohin man auch als Erwachsener immer wieder zurückkehren kann. 22 Eistänzer und Akrobaten aus Russland und der Ukraine nahmen die Zuschauer auf eine fantastische Reise in vier bekannte Märchenreiche – zu Nussknacker und Mäusekönig, Schneekönigin, Alice im Wunderland und der Zirkusprinzessin. Nacherzählt als Eisrevue und inhaltlich getragen durch eine Erzählstimme, die sich immer mal wieder als märchenhafter Fantasievogel zu erkennen gab. Für die frostige und märchenhafte Stimmung sorgte vor allem der Bühnenhintergrund: ein gewaltiges Märchenschloss im Disney-Stil. Der Weihnachtsklassiker „Nussknacker“ präsentierte sich zunächst in pastelligen Bonbontönen als romantisch-fluffiges Eistanz-Sorbet mit flatternden Kostümen und Hebefiguren. Die Mäusearmee in Fell-Kostümen sorgte nicht nur für Lacher bei den Kindern, sondern schuf einen bunten, umtriebigen Gegenpol zum romantischen Zweitanz von Marie und dem Nussknacker. Die Schneekönigin brachte Glitzer und Glamour und ließ das akrobatischen Können der Akteure erahnen, als sie zu sphärischen Klängen in Tüchern, Glitzerkostüm und Schneegestöber gen Bühnenhimmel schwebt. Und das alles auf Stelzenschlittschuhen, die ihre Macht bildhaft darstellen sollte. Auch die zweite Programmhälfte bewies, dass es nichts Akrobatisches gibt, was nicht auch auf Kufen möglich ist. Ob Hoola-Hoop, Jonglieren oder Seilspringen: Aus Eistänzern wurden Akrobaten. Der Eiszirkus entführte im Märchen „Alice im Wunderland“ buchstäblich in ein bizarres und buntes Treiben aus schrillen Fantasiefiguren. Zunehmend fanden traditionelle Zirkuselemente ihren Platz in der Handlung, wie beispielsweise Clownerie und Hochseilakrobatik. Endgültig verschmolzen beim Märchen „Die Zirkusprinzessin“ die Welten des Zirkus und der Eisrevue ineinander. Dass Träume wahr werden können, bewies auch dieses romantische Geschichte um einen Straßenkünstler, der sich in eine Zirkusprinzessin verliebt. Natürlich siegt die Liebe. Der „Russian Circus On Ice“ hielt seine Versprechen und ließ die Besucher durch zauberhafte Winterlandschaften reisen, entführte aber auch in heißere Gefilde, wie etwa bei einer Darbietung des Säbeltanzes im Piratenkostüm. Der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt. Holiday On Ice trifft Zirkus Krone, könnte diese einzigartige Mischung wohl am ehesten beschreiben. Nur in einem kleineren, detailverliebteren Rahmen, der auch auf kleine Bühnen passt.

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