Rhein-Pfalz Kreis Wie Woodstock mit Wassereis
«Schifferstadt.» Als Katja Weickert am Sonntagvormittag das populäre Jazzfest auf der vereinseigenen Wiese am Schwanenweiher eröffnet, liegen bereits etliche Wochen Vorbereitungszeit hinter den ehrenamtlich arbeitenden Verantwortlichen. „Wir stemmen das Fest ganz mit den Kräften der Vereinsfamilie“, erläutert die Vorsitzende des Schifferstadter Musikvereins, wie der Verein den Festivalalltag bewältigt, an dem rund 100 Freiwillige für den reibungslosen Ablauf sorgen. „Natürlich sind wir auch sehr dankbar für die Unterstützung von örtlichen Unternehmen und Partnervereinen.“ So habe der Lions-Club weitere Pavillons bereitgestellt – und ermöglicht, dass viele Gäste bei der unerbittlichen Sonneneinstrahlung in den Schatten ausweichen konnten. Reibungslos klappt dieses Jahr wieder die Verpflegung mit den beliebten Jazz-Burgern und Jazz-Kartoffeln. Die Kinder bevorzugen die leckeren Pommes, kommen aber auch in den Genuss von zusätzlich geordertem Wassereis, angesichts der angekündigten Hitze eine kluge Entscheidung. „Das Festival ist ein Familienfest“, sagt die Vorsitzende. Und wie jedes Jahr bevölkern auch wieder viele Eltern mit ihren Kindern die Festwiese. Mit Fahrrädern und entsprechendem Anhänger sind viele angereist: Ein idealer Ausflug für den gemeinsamen Sommergenuss. Katja Weickert ist selbst ein Kind des Musikvereins. Hier hat sie Block- und Querflöte und später Schlagzeug gelernt, selbst Unterricht gegeben, bei der so umsichtigen wie effektiven Jugendarbeit des Vereins im Ort permanent Unterstützung geleistet. Dass das Festival „Jazz im Grünen“ auch im 34. Jahr wieder so gut gelungen ist, hängt sicher mit der familiären Struktur des Vereins zusammen. Als Cousine der Geschwister Baumann, die in den Gründungsjahren so viel an musikalischer und organisatorischer Aufbauarbeit leisteten, lag für Schweickert die Übernahme höherer Verantwortung nahe. Den Rückgang der Besucherzahlen in diesem Jahr bedauert sie. Doch die Hitze verantwortlich machen?“ „Ein Regentag wäre auch nicht förderlich gewesen“, zuckt sie bedauernd mit den Achseln. Carina Baumann-Laufer, stellvertretende Vorsitzende und Leiterin des Jugendorchesters, kümmert sich seit vielen Jahren um Auswahl und Verpflichtung der Bands. Sehr frühzeitig beginnt sie mit der Koordination der Termine, mindestens anderthalb Jahre Vorlauf benötigt sie. „Im letzten Jahr hat es mit Superfro noch Terminüberschneidungen gegeben“, erzählt sie. Jetzt ist sie glücklich, die Band gewonnen zu haben. Seit einigen Jahren schon beobachtet Baumann-Laufer die Jazzer aus dem Rhein-Main-Gebiet bereits. Mit dem Top-Act am Sonntagabend ist ihr jedenfalls ein Volltreffer gelungen. Die vier dynamischen Jazzer von Superfro kommen beim Publikum sehr gut an. „Für so manche Band scheint Schifferstadt das Sprungbrett für den Weg in höhere Ligen zu sein“, hat Carina Baumann-Laufer beobachtet. „Moop Mama“ etwa, die bei uns 2011 für Furore sorgten, wäre heute kaum noch zu verpflichten. Was die überaus heißen Temperaturen betrifft, kann sie nur abwinken. „Gäste und Helfer sind zufrieden“, meint sie. Ein Freiluftfest unterliegt eben seinen eigenen Gesetzen. Eine unerwartete Erfrischung erleben die Gäste am Sonntagnachmittag am Zaun zu den Sportplätzen, die an das Vereinsgelände angrenzen. Dort wird das satte Grün von großen Rasensprengern gewässert. Dank des heißen Südwinds wehen die feinen Tropfen weit auf die Festwiese. Kinder und manche Erwachsene brauchten zur Erfrischung nicht extra eingeladen werden: ein Hauch von Woodstock über Schifferstadt. Kultur