VG Römerberg-Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Wie sieht der Arbeitstag einer Bürgermeisterin aus?

Schauen Bürgermeisterin Silke Schmitt-Makdice über die Schulter: (von links) Anna-Sophia Eßwein, Teresa Zöller und Maryanna Awwa
Schauen Bürgermeisterin Silke Schmitt-Makdice über die Schulter: (von links) Anna-Sophia Eßwein, Teresa Zöller und Maryanna Awwad.

Was sind die Aufgaben einer Bürgermeisterin und wie verschafft sich eine Frau in diesem Amt Respekt? Silke Schmitt-Makdice hat drei Jugendlichen Einblick gegeben.

Silke Schmitt-Makdice hat in ihrer Rolle als Bürgermeisterin eher Seltenheitswert. Nach Schätzungen des Städte- und Gemeindebunds (StGB) wird etwas weniger als jede siebte Gemeinde in Deutschland von einer Frau geführt. Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern haben mit jeweils 18,3 Prozent den höchsten Frauenanteil, Rheinland-Pfalz liegt im Mittelfeld (13,8 Prozent), Schlusslicht ist das Saarland. Dort sind nur 6 Prozent der Verwaltungschefs weiblich. Die Schätzung beruht auf einem KI-gestützten Verfahren. Nach Angaben des StGB werden keine Daten in der offiziellen Statistik erhoben – obwohl es breiter politischer Konsens sei, den Anteil von Frauen in einem Bürgermeisteramt zu erhöhen.

SPD-Politikerin Silke Schmitt-Makdice bietet jedes Jahr beim „Girls Day“ an, dass Mädchen und junge Frauen einen Tag bei ihr im Rathaus verbringen dürfen. Die Jugendlichen sollen die Aufgaben einer Bürgermeisterin sowie die Verwaltung als Arbeitsplatz kennenlernen. Am Donnerstag sind Teresa Zöller aus Berghausen, Anna-Sophia Eßwein aus Harthausen und Maryanna Awwad aus Heiligenstein da. Die 14-jährigen Schülerinnen haben sich dafür mit einem Motivationsschreiben beworben.

Hier viele Frauen, da wenig

Teresa Zöller und Anna-Sophia Eßwein haben einen Bezug zur Verbandsgemeindeverwaltung. Zöllers Vater ist ehrenamtlicher Wehrleiter der Verbandsgemeinde, Eßweins Mutter arbeitet im Rathaus in Dudenhofen. Sie ist damit eine von vielen Frauen, die im Fachbereich „Zentrale Dienste“ tätig ist. Der Frauenanteil ist auch in den Fachbereichen „Natürliche Lebensgrundlagen und Bauen“, „Bürgerdienste“ und „Finanzen“ hoch. Anders sieht es dagegen bei den Werken und in den Bauhöfen der einzelnen Ortsgemeinden aus, dort arbeiteten eher Männer.

Silke Schmitt-Makdice erklärt, dass sie sich auf ihre Fachbereichsleiter und die Sachbearbeiter verlassen muss. Sie seien für ihr jeweiliges Aufgabengebiet geschult. „Ich kann nicht alles wissen“, macht die Bürgermeisterin deutlich. Ihre Aufgabe ist es vielmehr, die Verwaltung zu führen und nach außen, gegenüber den Bürgern, zu vertreten. Ihr Arbeitsalltag bestehe aus vielen Terminen. Immer dazu gehöre es, Rechnungen freizugeben und im Austausch mit den Mitarbeitenden zu sein.

Viele Abendtermine

Los gehe es nicht unbedingt um 8 Uhr und Schluss sei nicht um 17 Uhr, erklärt die Bürgermeisterin. Vielmehr bringe ihr Beruf viele Abendtermine mit sich – Veranstaltungen sowie politische Gremiensitzungen. Denn Silke Schmitt-Makdice kann nicht alleine entscheiden, was in der Verbandsgemeinde passiert. „Die 36 Mitglieder im Verbandsgemeinderat müssen Entscheidungen mittragen. Nur gemeinsam können wir etwas bewegen“, sagt die Bürgermeisterin. Zu Beginn ihrer Amtszeit habe sie eine gewisse Skepsis ihr gegenüber gerade von älteren Ratsmitgliedern gespürt. „Das hatte sicher mit meinem Alter und meinem Geschlecht zu tun“, sagt die 45-Jährige. Ihr zufolge findet aber langsam ein Umdenken statt. Sie fühle sich in ihrem Amt akzeptiert und arbeite dafür mit „Fakten, Klarheit und Transparenz“, sagt die Hanhofenerin, die seit 2022 als erste Frau an der Spitze der VG steht.

An ihrem Beruf schätzt sie den Kontakt mit den Menschen und etwas bewegen zu können. Auch wenn sie dafür immer ansprechbar ist. „Früher bin ich auch mal mit Jogginghosen und hochgebundenen Haaren zum Aldi gegangen. Das würde ich heute nicht mehr machen“, sagt die Bürgermeisterin und lacht. Ebenso sei es nicht immer einfach, Familie und Freunde mit ihrem Arbeitsalltag in Einklang zu bringen. „Ich treffe mich mit Freunden bei Festen“, sagt Schmitt-Makdice und nennt damit ein Beispiel, wie sie versucht, Berufs- und Privatleben zu vereinbaren.

Den drei Schülerinnen gefällt der Einblick in die Verwaltung. Maryanna Awwad hat Interesse an der IT-Abteilung, Anna-Sophia Eßwein am Bereich „Bürgerdienste“, und Teresa Zöller gefällt grundsätzlich das Berufsbild einer Verwaltungsmitarbeiterin sowie die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten. Das freut Silke Schmitt-Makdice. Sie erwähnt, dass eine junge Frau vor zwei Jahren beim „Girls Day“ dabei war und heute als Auszubildende im Rathaus arbeite.

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