Mutterstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Wie Pfälzer Schüler mit gepflanzten Bäumen den Menschen in Peru helfen

Förster Volker Westermann teilt die Setzlinge aus.
Förster Volker Westermann teilt die Setzlinge aus.

„Bäume pflanzen für Peru“ ist seit 15 Jahren eine Aktion des Forstamts Pfälzer Rheinauen. Jetzt haben wieder Schulklassen mitgemacht.

Das Forstamt Pfälzer Rheinauen pflegt seit 2005 eine Partnerschaft mit der indigenen Gemeinde Kimiriki. Zustande gekommen ist der Kontakt durch den heutigen Schifferstadter Förster Georg Spang, der dort einige Jahre als Entwicklungshelfer gearbeitet hat. Die jüngste Pflanzaktion im Mutterstadter Wald leitete Volker Westermann, der beim Forstamt für Umweltbildung und Wald-Erleben zuständig ist. Von der Mutterstadter Pestalozzi-Schule war die Klasse 3c gut 45 Minuten mit Lehrerin Eva Lauter zur Walderholung gewandert. Während sich die Kinder mit einem Frühstück stärkten, erklärte Westermann die Aktion für die Partnergemeinde des Forstamts.

Kimiriki liegt etwa 300 Kilometer östlich der peruanischen Hauptstadt Lima am Ostrand der Anden. „Die Leute dort sind sehr arm“, erklärte Westermann den Kindern. Dort lebe das Volk der Ashaninka in großer Armut. Kolonisation und Ausbeutung, Kriege und Terrorismus habe den Menschen über Jahrhunderte schwer zugesetzt. Die Armut in der Region treibe die Menschen dazu, Regenwald zu roden, oder einfach abzubrennen, um ihre Lebensmittel anzubauen. Doch auf den steilen Hanglagen gebe es nur eine dünne Humusschicht, die schnell ausgelaugt werde. Zudem werde der Humus weggespült, weil es keine Wurzeln mehr gebe, die den Boden am Hang festhalten. Bald ziehen die Menschen weiter, den unfruchtbar geworden Boden hinter sich lassend, um erneut Wald zu zerstören. Das wollen die Menschen in Kimiriki anders machen.

Eichen, Wildbirnen und Baumhaseln

„Wir helfen den Leuten dort, wieder neue Bäume zu pflanzen“, erklärte Westermann. Und auch wenn Peru weit weg sei, wie der Förster auf einem Globus zeigt, komme die Aktion auch den Menschen anderswo, wie etwa in Europa zugute. Denn das Klima betreffe die ganze Erde.

Wenn die Kinder im Mutterstadter Wald Bäume pflanzen, gibt es von der Gemeinde einen „Arbeitslohn“ von 300 Euro. Das machen auch andere Gemeinden im Bereich des Forstamts so. Die teilnehmenden Klassen dürfen dann abstimmen, ob sie das Geld behalten oder für die Aufforstung in Peru spenden wollen. Und auch hier haben sich die Kinder wieder für die Spende entschieden.

Westermann zeigt den Kindern die Setzlinge und erklärt, wie tief sie gepflanzt werden sollen. Besonders wichtig sei, dass die Kinder die Erde wieder auffüllen und festtreten, damit das Bäumchen stabil bleibt, auch wenn Regen und Wind einsetzen. Gepflanzt haben die Kinder Eichen, Wildbirnen und Baumhaseln. „Das sind Arten, die auch mit dem Klimawandel gut zurecht kommen“, erklärt Westermann.

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