Rhein-Pfalz Kreis Wie lässt sich Energie sparen?

Ludwigshafen. Die Energiekarawane ist durch Gewerbegebiete in Schifferstadt, Böhl-Iggelheim und Mutterstadt gezogen. Nach dem Erfolg bei Privatleuten ging es jetzt darum, Gewerbetreibende über Möglichkeiten des Energiesparens zu informieren. Die drei Gemeinden waren das Pilotprojekt der Energieeffizienzagentur (E2A) Rhein-Neckar. Beim Pressegespräch im Schifferstadter Rathaus haben alle Beteiligten eine positive Bilanz gezogen.
„Die Resonanz war noch besser als erwartet“, sagte E2A-Geschäftsführer Lothar Meinzer. Eingeladen waren laut Meinzer 85 Betriebe, mitgemacht haben 36. Die Agentur hat in der Metropolregion bereits 80 Mal die Energiekarawane zu Privatleuten in Städten und Gemeinden geschickt. Dabei wurden Bewohner von älteren Ortsteilen angesprochen, da dort durch Sanierung der Häuser und Wohnungen Energie gespart werden konnte. Diese Erstberatung durch Fachleute war kostenlos. Zwischen 25 und 35 Prozent der Angesprochenen haben mitgemacht, spätere Nachfragen haben bestätigt, dass viele der vorgeschlagenen Verbesserungen auch umgesetzt worden seien, berichtete Meinzer. Der Gewerbebereich sei bundesweit mit rund 30 Prozent am Gesamtenergieverbrauch beteiligt. Untersuchungen haben laut Meinzer gezeigt, wo in Betrieben Energie gespart werden könne. Deshalb startete Ende September 2014 das Pilotprojekt für Unternehmen. Gewerbetreibende in der Mutterstadter Fohlenweide, im Schifferstadter Gewerbegebiet Ost (Lettenhorst) und im Böhl-Iggelheimer Stiegelsteig sollten fürs Energiesparen gewonnen werden. Auch hier bot die E2A ein Erstgespräch an. Ein Berater besuchte die Firma, machte eine Bestandsaufnahme und zeigte Möglichkeiten zum Energiesparen auf. Bis hierhin entstanden keine Kosten. Will nun ein Teilnehmer konkrete Zahlen haben, könne er ein Gutachten in Auftrag geben. Das sei kostenpflichtig, werde aber mit einem Zuschuss aus Bundesmitteln von 80 Prozent gefördert, sodass der Unternehmer etwa 250 Euro selbst bezahlen müsse, erklärte Meinzer. Teilgenommen habe in Böhl-Iggelheim die Walter-Mühle, berichtete Bürgermeister Peter Christ (CDU). Das Unternehmen sei bisher schon ums Energiesparen bemüht, habe nun aber weitere Tipps bekommen, darunter Wärmerückgewinnung und Fotovoltaik. Aus Mutterstadt berichtete Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD), dass die Tanzschule Nagel teilgenommen habe. Sie betreibe insgesamt 330 Quadratmeter Tanzflächen in Räumen, die beheizt und beleuchtet werden müssen. „Hier zeigt sich, wie wichtig die Praxis ist, denn vor dem Projekt wäre ich nicht darauf gekommen, dass auch eine Tanzschule zum Gewerbe mit Energiesparpotenzial gehört“, meinte Meinzer. In Schifferstadt haben das Bauunternehmen Heberger sowie der Bewachungs- und Sicherheitsdienst Floerchinger mitgemacht, berichtete Bürgermeisterin Ilona Volk (Grüne). Der nächste Schritt sei nun, den interessierten Unternehmen eine ausführliche Analyse anzubieten, bei der Energieverbrauch, Einsparmöglichkeiten und Kosten im Detail berechnet werden. So werde es für die Interessenten möglich, den Aufwand und die Rentabilität durch langfristiges Energiesparen einzuschätzen, erklärte Meinzer. Er will nun die Ergebnisse der Bundesregierung präsentieren und hofft auf Fördermittel im Rahmen des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz.