RÖMERBERG / LINGENFELD RHEINPFALZ Plus Artikel Wie es mit den Hallenbädern im Speyerer Umland weitergeht

Kaum nach der Sanierung wiedereröffnet, musste es schon wieder schließen: das Kreisbad in Heiligenstein.
Kaum nach der Sanierung wiedereröffnet, musste es schon wieder schließen: das Kreisbad in Heiligenstein.

Ab 10. Juni dürfen Hallenbäder, Saunen und Wellnessbereich unter Auflagen wieder öffnen. Die RHEINPFALZ hat nachgefragt, wie und wann es genau in Römerberg und Lingenfeld mit dem Bade- und Saunabetrieb weitergeht und wie die Schließungszeit von Betreibern und Angestellten genutzt wurde.

Wie bewerten die Badbetreiber die Ansteckungsgefahr im Schwimmbad?
Beide Betreiber warten nun auf konkrete Vorgaben vom Land, um darauf aufbauend die Hygienepläne zu erarbeiten. „Das Wasser ist als Übertragungsweg unbedenklich“, sagt Markus Blumenschein. Er ist bei der Verbandsgemeindeverwaltung Lingenfeld zuständig für das Hallenbad. Auch Heribert Werner, Leiter der Bäder-Abteilung des Rhein-Pfalz-Kreises, verweist auf das Chlor im Wasser, das Keime abtöte (siehe auch „Zur Sache“). Blumenschein erinnert daran, dass die Viren vor allem über Tröpfcheninfektion übertragen werden. Dagegen setzt er Abstandsregeln und das verantwortungsbewusste Verhalten der Badegäste. Gegen Schmierinfektion sei eine regelmäßige Desinfektion angezeigt. Wahrscheinlich werde es Einlassbeschränkungen und besondere Verhaltensregeln in den Umkleiden geben, schätzt Blumenschein.

Wann öffnen die Schwimmbäder genau?
Die konkreten Eröffnungstermine stehen noch nicht fest. Das Lingenfelder Bad ist normalerweise im Sommer acht bis zehn Wochen geschlossen. Die Verwaltung denkt nun darüber nach, die Sommerschließzeit zu verkürzen.

Wie haben die Badbetreiber die Schließzeit genutzt?
In der Sommerschließzeit sollten in Lingenfeld Wassertechnik und Hubboden gewartet werden – das wurde bereits in den vergangenen Wochen erledigt. Derzeit finden Malerarbeiten statt.

Das Römerberger Bad ist frisch saniert und wurde erst im vergangenen Frühsommer wieder eröffnet. Dort wurde jetzt der Außenbereich gepflegt.

Was kostet die Schließung pro Monat?
Geschlossene Hallenbäder verbrauchen zwar weniger Energie – aber die Technik lässt sich nicht ganz herunterfahren. Zum Beispiel müssen Pumpen laufen und Wasser umwälzen. Heribert Werner beziffert die laufenden Sach- und Personalkosten pro Monat auf etwa 30.000 Euro. Zum Einnahmeverlust könne der Kreis keine Angaben machen. Grund: Zuvor waren Schwimmhalle und Sauna mehr als zwei Jahre geschlossen. So gebe es keine verlässlichen Vergleichszahlen.

Markus Blumenschein nennt keine Summe der laufenden Kosten, erklärt aber: „Das Defizit war vor der Corona-Krise im Vergleich zu anderen Bädern gering.“ Das eigentliche Problem sei, dass den Kosten im Moment kein Nutzen für die Bürger gegenüberstehe.

Was macht das Badpersonal während der Schließzeit?
Neben manchen Verbrauchskosten laufen auch die fürs Personal weiter. In Lingenfeld hat das Badpersonal die Wartungs- und sonstigen Arbeiten vorgenommen. Daneben unterstützen die Reinigungskräfte ihre Kollegen in der Grundschule, der Bademeister den Hausmeister.

Die Mitarbeiter des Römerberger Hallenbads haben Überstunden abgebaut, Urlaub genommen und in anderen Kreisbädern ausgeholfen. Dort haben sie sich als Handwerker betätigt und unter anderem Malerarbeiten ausgeführt.

x