Mutterstadt Wie ein Instagram-Post in Mutterstadt zu Verwirrung geführt hat

Kathrin Hammer (links) und Staatssekretärin Bettina Bruck auf einem Bild, das auf Hammers Instagram-Account zu sehen ist.
Kathrin Hammer (links) und Staatssekretärin Bettina Bruck auf einem Bild, das auf Hammers Instagram-Account zu sehen ist.

Die Bilder, die Kathrin Hammer auf ihrem Instagram-Account zeigt, sind richtig gut. Und doch – oder gerade deshalb – führten diese in die Irre.

Die junge Kommunalpolitikerin und Sozialdemokratin sitzt nicht nur im Mutterstadter Gemeinderat, sie ist auch Kandidatin für ein Mandat bei der Wahl des rheinland-pfälzischen Landtags im März kommenden Jahres. Die 38-Jährige nutzt die sozialen Medien, um ihren Followern, Wählern und potenziellen Wählern noch ein Stück näher zu kommen und über ihr Engagement als aktuelle und womöglich künftige Volksvertreterin zu informieren. Soweit, so normal.

Doch Bilder können auch Fragen aufwerfen – ganz ungewollt, wie Kathrin Hammers Fotos eines gut gemachten Karussell-Posts auf Instagram Anfang September beweist. Die Fotos zeigen sie mit Staatssekretärin Bettina Bruck (SPD) aus dem rheinland-pfälzischen Bildungsministerium, mit der Kreisbeigeordneten Bianca Staßen (SPD), Ortsbürgermeister Thorsten Leva (SPD) und weiteren Personen. In der Caption (Beschreibung) des Posts ist zu lesen, dass es Vertreter der Leitung der Mutterstadter Mandelgraben-Grundschule, Lehrer und Eltern sind. Dort ist auch zu lesen, dass es bei dem Treffen der Politiker und Pädagogen um die Ganztagsbetreuung in Grundschulen ging, auf die ab kommendem Jahr ein Anspruch besteht. Keine Frage: ein wichtiges Thema, das viele Kommunen umtreibt. Auch Mutterstadt.

Ein wichtiges Detail hingegen ist auf den ersten Blick auf den Fotos nicht zu erkennen, aber leicht zu erahnen: Die Parteibücher der anwesenden Politiker hatten die gleiche Farbe wie das von Kathrin Hammer. Der Rest der ortsansässigen Kommunalpolitik fühlte sich ausgegrenzt. Ganztagsbetreuung in der Grundschule?! Moment mal! Das geht doch alle etwas an! Und das ist nicht abzustreiten. „Warum also waren nicht alle eingeladen?“, fragt die CDU-Fraktion in der jüngsten Gemeinderatssitzung in einer Anfrage. Was war der offizielle Anlass? Vielleicht nur Wahlkampf? Und wenn ja: Warum ausgerechnet in einer Grundschule, einem Ort, der politisch neutral bleiben sollte?

Kathrin Hammer – konfrontiert mit diesen Vermutungen – ist wie von den Socken. Sie habe sich schon über die Anfrage gewundert, vor allem, weil man sie nicht vorab direkt gefragt hatte. Der Grund: Der offenbar zu gut gemachte Insta-Post suggerierte einen offiziellen Termin mit Staatssekretärin, Bürgermeister und Co. Kommt also ganz schön prominent daher. Doch das war’s gar nicht, wie von ihr und aus dem Ministerium zu erfahren ist. Es sei eine interne, rein informative Veranstaltung gewesen – in Vorbereitung auf das angestrebte Mandat. Ganz inoffiziell. Auch die Presse war nicht geladen. Und erst recht sei kein Wahlkampf betrieben worden.

Die Landtagskandidatin wollte sich bei „den Profis an der Basis“ informieren und einen Einblick in die aktuellen Themen und Herausforderungen an Schulen, wie zum Beispiel die Ganztagsbetreuung und die Digitalisierung, bekommen. Und die findet man nun mal – und das leuchtet ein – in Schulen. Leider war in der Caption das so deutlich nicht nachzulesen. So kam es wohl zu dem Missverständnis, das die CDU verschnupfte.

Kathrin Hammer nimmt’s sportlich: „Um eine Erfahrung reicher.“ Und selbstkritisch: „Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht!“ Was sie auch mitgenommen hat: Der Aufstieg nach Mainz ist offensichtlich mit so manchem Fettnäpfchen gepflastert. Man kann ihr nur eine gute Balance wünschen auf der Gratwanderung zwischen Wählersorgen hören und dem Verdacht, nur Wählerstimmen fangen zu wollen.

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