Rhein-Pfalz Kreis „Wie ein Auto ohne Benzin“

Seit 2013 bilden die Sparkassen Ludwigshafen, Speyer und Rhein-Pfalz-Kreis die Sparkasse Vorderpfalz. Diese hat ihre erste Jahresbilanz vorgestellt. Unter schlechten Vorzeichen, denn der niedrige Leitzins macht dem Kreditinstitut zu schaffen. Er trifft die Sparkassen besonders hart, weil das Einlagengeschäft den Kern ihres Modells bildet.
Mit einem Zins, der gegen Null tendiert, ergibt konventionelles Sparen kaum noch Sinn – und das haben die Kunden begriffen. „Die anhaltende Niedrigzinspolitik führt dazu, dass die Menschen die Lust am notwendigen Sparen und Vorsorgen verlieren“, resümiert Vorstandsmitglied Uwe Geske. Und es sei nur eine Frage der Zeit, bis sich das bei den Sparkassen deutlich bemerkbar machen wird. Laut Geske, Rüdiger Linnebank und Vorstandskollege Clemens Schnell ist es aber noch nicht so weit. Das Geschäft habe sich 2014 gut entwickelt. So gut, dass die Sparkasse ihr Eigenkapital um 30 Millionen Euro aufstocken konnte. Der Vorstand macht jedoch keinen Hehl daraus, dass der niedrige Leitzins in den nächsten Jahren größere Auswirkungen aufs Geschäft haben wird und dass mit einem Einbruch auf der Zinsertragsseite zu rechnen ist. „Eine Kreditwirtschaft ohne Zinsen ist wie eine Automobilwirtschaft ohne Benzin“, bringt Linnebank das Problem auf den Punkt. Zwar würden die Sparkassen sich neue Geschäftsmodelle überlegen – sich etwa stärker in den Bereichen Immobilien und Gewerbe engagieren – er hoffe aber dennoch, dass der Zins bald wieder angehoben wird. Die niedrigen Sätze seien auch für Sparer problematisch, so Geske, weil sie ein größeres Risiko eingehen müssten, um noch Erträge zu erwirtschaften. Die Sparkasse will sich weiter vor allem auf ihre Kunden und die traditionellen Stärken konzentrieren. Die sieht Schnell in der Verlässlichkeit des Instituts, im persönlichen Kontakt zu den Kunden, den vielen Filialen und der regionalen Verwurzelung. Ein Stellenabbau oder eine Verkleinerung des Filialnetzes sei nicht geplant, erklärte Schnell. Vielmehr wolle die Sparkasse weiterhin keine betriebsbedingten Kündigungen aussprechen und fünf Millionen Euro in den Umbau und die Modernisierung der Hauptstelle Speyer ab Ende 2015 und bis 2017 investieren.