Buga 23
Wie DJ Oldes Partysalat auf die Bundesgartenschau kommt
Ein Höhepunkt des Rhein-Pfalz-Kreis-Auftritts auf der Bundesgartenschau in Mannheim ist sicherlich der Freitag. Nicht nur, weil die Sonne endlich mal scheint und sich Aussteller wie Besucher nicht die Jackenkrägen hochstellen müssen, um sich vor dem kalten Wind zu schützen, der bis Donnerstag immer wieder über das Spinelli-Gelände fegt. Der Freitag ist auch deshalb so besonders, weil die Gewinner des Rezept-Wettbewerbs „Gemüsegarten Deutschland“ auf die Bühne gerufen werden. Allen voran Cilli Eberhard aus Dudenhofen, deren Saure Blädle die Jury überzeugt haben. In den Rezepten mussten Spargel, Kartoffeln, Salat oder irgendein anderes Gemüse verarbeitet werden – Produkte eben, die im Gemüsegarten Vorderpfalz gedeihen.
Damit konnte auch ein Promi punkten: DJ Olde – Jannis Schreiner aus Schifferstadt. Und zwar mit einem Partysalat, der vor allem nach langen Disconächten schmecken soll, wie er sagt. Jetzt werden natürlich viele neugierig sein, was ein berühmter DJ in seinen Salat schnipselt. Landrat Clemens Körner hat für alle Hobbyköche im Landkreis eine gute Nachricht: „Aus allen 60 eingesandten Rezepten soll ein Kochbuch entstehen“, verrät er bei der Verleihung. Und Paul Platz, Leiter des Kreiskulturbüros und Buga-Organisator, stellt in Aussicht, dass dieses Kochbuch in der zweiten Buga-Woche des Kreises im September präsentiert wird – samt der Anleitung für erotischen Spargel mit wildem Bär, die ein Ehepaar aus Wien eingesandt hat. Die weiteren Gewinner sind: Silke Hillenbrand, Sandra Laubner, Anja Milloth und Marieluise Schones.
Den CO 2 -Fußabdruck lesen
Ihnen gratuliert hat Spitzenkoch Martin Scharff aus Heidelberg, der seine Gäste im Schloss bewirtet. Er war Ehrengast beim diesjährigen Spargelanstich in Dudenhofen. „Und wer den Spargel sticht, bekommt ein Preisgeld“, sagt Landrat Körner. Das gehe dann an einen guten Zweck. Martin Scharff spendet seine 2500 Euro an den Verein Herzensmensch, der sich Eltern und ihrer schwerkranken Kinder annimmt. Scheckübergabe also bei der Buga unter der Kuppel des Holzpavillons, wo die ganze Woche über immer etwas los war.
Die Airbrusher Norbert Klug und Gunther Stuhec haben mit ihren Farbpistolen T-Shirts für die Besucher gestaltet und mit ihrem Engagement und ihrer guten Laune sicherlich so manchen überzeugt, dieses Hobby mal zu testen. Norbert Klug ist kreisbekannt und gibt Airbrushkurse bei der Kreisvolkshochschule.
Die Rucksackschule des Forstamts Pfälzer Rheinauen hat mit Schulklassen das Thema Klimawandel erarbeitet. Ganz praktisch. „Ich habe eine Tabelle, wie viel CO 2 ausgestoßen wird, wenn man Fernsehen schaut oder am Handy spielt. Die Kinder konnten so ihren persönlichen CO 2 -Fußabdruck erstellen und ausrechnen, wie viel Zentimeter Baum sie brauchen, um ihren Verbrauch auszugleichen. Bäume binden CO 2 “, erklärt Bildungsförster Volker Westermann vom Forstamt Pfälzer Rheinauen. Die gesägten Baumscheiben durften die Kinder gestalten und mitnehmen, plus Samen für Vogel- oder Elsbeere, um selbst ein Bäumchen wachsen zu lassen, das mal CO 2 speichert.
Dann wird’s rappelvoll
Neben Buga-Andenken in Form von T-Shirts und Baumscheiben hat Cartoonist Steffen Boiselle Karikaturen der Besucher angefertigt – selbstverständlich auch zum Mitnehmen. Musiker, Tänzer, Zigarrendreher, Bäcker, Vereine, die ein oder andere Gemeinde sowie Firmen für Biodünger und Pflanzenwände haben sich in der Woche präsentiert. Die meisten Besucher hatte der Pavillon wohl am Samstag. „Die Hölle, der Pavillon war rappelvoll, allein Boiselle hat 123 Karikaturen gezeichnet. Tolle Atmosphäre“, sagt Paul Platz . Sein Fazit von der Woche: „Es hat alles geklappt, gute Zusammenarbeit mit den Kolleginnen der Metropolregion, die den Pavillon betreuen. Gute Stimmung. Und reges Interesse an unseren Aktionen. Am Donnerstagabend zum Beispiel zogen die Tänzer und Tänzerinnen vom Dany-Dance-Center Neuhofen die Besucher magisch an: Das Buga-Gelände war leer, der Pavillon voll.“
Musikalischer Höhepunkt ist für Platz der Auftritt der TC Big Band am Sonntag. Kulinarik verströmten ihm zufolge Bäcker und Winzer aus der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim, die am Wochenende ihre Stände aufgebaut hatten. „Das Wetter bis Freitag war durchwachsen, trotzdem waren viele Besucher da, nicht nur aus Mannheim und der Region, sondern auch aus dem Pott, Sachsen, Österreich“, berichtet Platz. Ihm hat es so gut gefallen, er könnte sich vorstellen, sein Büro für die Buga-Zeit im Pavillon aufzuschlagen. Ab 4. September ist er ja wieder da, dann beginnt die zweite Kreis-Buga-Woche.
Ach so, fast vergessen. Wir brauchen ja noch eine Auflösung: Saure Blädle sind Kartoffeln in einer cremig-würzigen Soße. Die Information ist vor allem für alle, die unter 60 sind. Landrat Clemens Körner ist sich nämlich nicht sicher, ob U-60-Leute das Gericht überhaupt noch kennen.
