Speyer Umland RHEINPFALZ Plus Artikel Wie das Eis in die Automaten und die Automaten auf die Dörfer kamen

 In den Automaten, hier in Dudenhofen, hält Harald Gorzawski zahlreiche Sorten in zwei verschiedenen Größen bereit.
In den Automaten, hier in Dudenhofen, hält Harald Gorzawski zahlreiche Sorten in zwei verschiedenen Größen bereit.

Lust auf Gefrorenes auf dem Rückweg von der Party, wenn alle Eisdielen längst geschlossen haben? Kein Problem. Zumindest nicht, wenn man gerade in Römerberg, Dudenhofen oder Otterstadt unterwegs ist. Denn dort gibt es Eis rund um die Uhr aus dem Automaten. Auch die Sorte Erdbeer mit einer blöden Farbe.

Es war das Jahr 2008, als Harald Gorzawski und seine Frau Ulrike Sturm eine „Aran“-Filiale in der Maximilianstraße in Speyer eröffneten, die die beiden inzwischen längst in Eigenregie als „Amalie Genusskult“ betreiben. Dort wurde auch das erste Amalie-Eis produziert und im Café verkauft. „Meine Frau hat immer gerne Kuchen gebacken und wollte mehr selbst backen“, erzählt Harald Gorzawski. Doch in der Küche war nicht genug Platz dazu, denn da wurde ja das Eis produziert.

Dann erfuhren Gorzawski und Sturm, dass in Otterstadt in der Speyerer Straße die Räume eines Frisörgeschäfts frei werden – und haben zugegriffen. Das war die ideale Produktionsstätte für das Eis. „Es war so ein schöner Laden, hinten haben wir das Eis produziert und im vorderen Teil ein kleines Eiscafé aufgemacht, in dem wir auch Geschenkartikel angeboten haben“, erzählt Harald Gorzawski. Alles lief gut: Ulrike Sturm hatte nun in Speyer genug Platz, um nach Herzenslust Kuchen zu backen, was sie nach wie vor auch ausgiebig macht, und Otterstadt hatte ein kleines Eiscafé, das „Amalie Zimt & und Zucker“.

Corona verlangte neue Ideen

„Und dann kam Corona“, sagt Gorzawski bedeutungsschwer. Die Cafés mussten viele Monate lang schließen. Eis durfte damals zwar zum Mitnehmen verkauft werden, aber „Amalie Genusskult“ in Speyer hatte keine Möglichkeit zum Verkauf durch ein Fenster, und in Otterstadt, wo alles so klein und familiär ist, habe man die Mindestabstände nicht einhalten können.

„So kamen wir auf die Idee, unser Eis in Automaten zu verkaufen“, erzählt Harald Gorzawski, der daraufhin mit seinem Team Eis-Automaten entwickelte. Dem ersten Automaten in Otterstadt folgten weitere in Dudenhofen, Römerberg, Neuhofen, Böhl-Iggelheim, Rülzheim und Ruchheim. Neun Sorten, entweder im 130 Milliliter Becher für drei Euro oder im 480 Milliliter Becher für 7,50 Euro gibt es in den Geräten rund um die Uhr. Im Deckel ist ein Holzspatel enthalten. Damit kann jeder, der will, gleich losschlecken.

Eis-Geschäft ausgeweitet

Das „Amalie Zimt & Zucker“ in Otterstadt öffnete nach den Lockdowns zunächst zwar wieder, wurde im April 2023 aber doch endgültig geschlossen, auch weil es immer schwerer wurde, Personal zu finden. Sturm und Gorzawski wollten sich am Standort Otterstadt nur noch auf die Eisproduktion und in Speyer auf den Café-Betrieb konzentrieren und das Geschäft mit dem Eis noch ausweiten. Inzwischen gibt es Eis im Becher auch in sechs Hofläden, darunter Martinshof Ballreich in Dudenhofen und bald auch Ackermanns Markthalle in Waldsee. Außerdem bei den beiden Filialen von Edeka Stiegler in Speyer. Dort wird das Eis aus der Amalie Eismanufaktur im Glas verkauft werden.

Bei den Sorten macht Gorzawski keine großen Experimente. Es gibt Schoko, Nuss, Vanille, Apfel-Zimt, Mandel-Pistazie, Joghurt, Zitrone, Mango und Erdbeere. Gut, das mit dem Apfel-Zimt sei schon ein kleines Experiment gewesen, gesteht er. Er dachte, das sei mal was fürs Spätjahr. Da es aber auch im Sommer sehr gefragt ist, bleibt es im Sortiment.

„Eis machen ist kein Geheimnis, das ist wie beim Kuchenbacken. Meine Frau backt da auch noch aus einem Kochbuch von 1923“, sagt Gorzawski. Man brauche nur ein gutes Rezept und gute Zutaten. „Wenn nichts Gescheites reinkommt, dann kann auch nichts Gescheites rauskommen, so einfach ist das“, sagt Gorzawski. Die Zutaten für sein Eis kommen aus Italien, der Rest wird frisch gekauft. Auf Farbstoffe verzichtet er. Die Aussage eines Kindes „Euer Erdbeer-Eis hat aber eine blöde Farbe“ ist daher eher ein Kompliment. Bei weitem nicht das einzige, das er und sein Team für das Eis bekommt.

Kontakt

Amalie Speyer, Korngasse 13, Telefon 06232 6021930. E-Mail: amalie-genusskult@t-online.de

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