VG Römerberg-Dudenhofen
Wer das Klima schützt, bekommt Geld
Am Montag vor einer Woche erhielt Bürgermeisterin Silke Schmitt-Makdice (SPD) einen für sie überraschenden Anruf aus der Staatskanzlei. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) möchte den Förderbescheid für die beantragten Kipki-Mittel persönlich übergeben. Kipki ist die Abkürzung für das Kommunale Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation, das der Landtag vor einem Dreivierteljahr verabschiedet hat. Das Programm umfasst insgesamt 250 Millionen Euro. Die Kommunen müssen das Geld beantragen und wählen aus einem Katalog aus, welche Klimaschutzmaßnahmen bei ihnen vor Ort gut und sinnvoll umzusetzen sind. Städte, Verbandsgemeinden und Kreise erhalten anhand ihrer Einwohnerzahl eine Pauschalförderung. In der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen beträgt sie rund 633.600 Euro.
Laut Schmitt-Makdice sollen mit dem Geld alte Heizungsanlagen in den Bauhöfen in Harthausen und Dudenhofen sowie in der Grundschule in Mechtersheim ausgetauscht werden – ebenso Fenster im Schulkinderhaus in Hanhofen und in der Friedhofshalle in Harthausen. „Einen Teil des Geldes wollen wir aber auch direkt an die Bürger geben“, erklärt Schmitt-Makdice. Wer sich zu Hause ein Balkonkraftwerk installieren lässt, kann dafür ab 1. Februar bei der Verbandsgemeinde einen einmaligen finanziellen Zuschuss in Höhe von 100 Euro beantragen. Insgesamt sind für die Förderung von Balkonkraftwerken 60.000 Euro vorgesehen. „Das ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie auch Mieter und Mieterinnen vom Klimaschutz profitieren können“, sagt die Ministerpräsidentin. Berechnungen zufolge sollen mit dem Geld vom Land rund 126 Tonnen CO2 eingespart werden.
„Klimaschutzmanagerin ist Glücksfall für Verbandsgemeinde“
In ihrer kurzen Ansprache am Montagmorgen im Rathaus hob Dreyer hervor, dass alle vom Klimaschutz profitieren – nicht nur, weil CO2 eingespart wird, sondern weil Kommunen sowie Bürger durch klimafreundliches Handeln Geld sparen. Dreyer zeigte sich optimistisch, dass Rheinland-Pfalz bis 2040 klimaneutral ist. Sie begründete dies damit, dass es im vergangenen Jahr einen großen Zulauf bei Photovoltaikanlagen gegeben haben. Nun stehe der Ausbau der Windenergie an.
Klimaschutzmanagerin Stefanie Kuß bezeichnete den Bau von neuen Windrädern in der Verbandsgemeinde sowie die kommunale Wärmeplanung in den nächsten Jahren als Großprojekte, die ihr viel Arbeit bescheren werden. Ihre Chefin, Bürgermeisterin Schmitt-Makdice, nannte Kuß einen „Glücksfall“ für die Verbandsgemeinde. Kuß verfügt als Technikerin und Ingenieurin über jahrzehntelange Erfahrung aus der freien Wirtschaft, hat unter anderem als Projektleiterin eines Windparks gearbeitet, und ist seit zwei Jahren und sieben Monaten als Klimaschutzmanagerin in der Verwaltung beschäftigt. „Wenn ich tariflich könnte, würde ich ihr gerne das Doppelte zahlen“, sagte Schmitt-Makdice, sprach damit den Lohnunterschied zwischen öffentlichem Dienst und freier Wirtschaft an und lobte Kuß’ Arbeitseifer. Die 53-Jährige wechselte auch aus familiären Gründen in die Verwaltung. Kuß gefällt an ihrer Arbeit, etwas vor Ort bewegen zu können. Als Beispiele nennt sie, Klimaschutzbildungsarbeit in Kitas und Schulen sowie die Energiesprechstunde „von Bürgern für Bürger“, die 2023 rund 75 Mal genutzt wurde.
Info
Antrag für Förderung Balkonkraftwerke ab 1. Februar: www.vgrd.de/balkonkraftwerke/
Kostenlose Energiesprechstunde wieder ab 28. Februar, einmal im Monat. Anmeldung: 06232 656-273, energiesprechstunde@vgrd.de