Schifferstadt / Mutterstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Wenn Papa und Tochter auf der Bühne stehen

Die großen und kleinen Twisters zeigten in bunten Saris einen exotischen Tanz.
Die großen und kleinen Twisters zeigten in bunten Saris einen exotischen Tanz.

Eine Show der Superlative war die dritte große Tanz-Gala der Twisters am Samstagabend. Das Publikum war vom Ausflug zum Big Apple im ausverkauften Palatinum begeistert.

Man kann nur ahnen, wie viel Aufwand es war, 150 Tanzende in so vielen verschiedenen Szenen und Kostümen auf die Bühne zu bringen. „Eine Reise nach New York“ war der rote Faden, an dem entlang eine abendfüllende Geschichte mit Tanz und Musik dargestellt wurde. „Wir haben sieben verschiedene Gruppen in verschiedenen Altersstufen, die bei uns tanzen“, erklärt Daniela Scheffner eine der Gründerinnen und Trainerinnen der Twisters. Die kleinsten seien vier und fünf Jahre alt, die ältesten Anfang 60.

Dass schon die Kleinen wichtige Rollen übernehmen können, zeigten zum Beispiel Samu Maßing, Kian Bosnjak und Levi Neumann, Jungs im Grundschulalter, die als Piloten in Uniform den Twisters-Flieger steuerten. Die Uniformen und viele weitere Kostüme sind größtenteils selbst geschneidert. „Wir haben das Glück, dass ganz viele Frauen dabei sind und sich sehr viel Mühe machen“, sagt Daniela Scheffner. Das gilt ebenso für die Bühnenbilder, die ein gutes Dutzend verschiedene Szenen kreierten. Daran hätten vorwiegend, aber nicht nur, die Männer gearbeitet. Es wurden viele pfiffige Ideen umgesetzt. Bei der Stadtrundfahrt „fährt“ ein VW-Bulli, die Straßenlampen ziehen vorbei. Später erschienen zum Beispiel die Rezeption des Hotels, die Bildergalerie eines Museums und noch vieles mehr auf der Bühne.

Besonders gut kam die Showeinlage an, in der Papas und Töchter etliche Hebefiguren zeigten.
Besonders gut kam die Showeinlage an, in der Papas und Töchter etliche Hebefiguren zeigten.

Zum Broadway ging’s auch

„Wir haben New York als Ziel gewählt, weil wir in der Geschichte so viel Verschiedenes unterbringen können“, erklärt Daniele Scheffner. Und so hören die Zuschauer natürlich die Musik, die man mit dem Big Apple verbindet, wie die Songs „New York, New York“, „Downtown“ oder auch „Lullaby of Broadway“. Die berühmten Broadway-Shows bieten auch eine gute Gelegenheit, all die vielen Twisters-Gruppen in verschiedenen Szenen und Kostümen auftreten zu lassen.

Bei einem Ausflug in den Central Park tanzen kleine Twisters als Eichhörnchen mit Nüssen, später erscheinen Tauben, die herumflattern und von der Taubenfrau (Maren Weiler) gefüttert werden. Im Hintergrund stehen zwei Statuen (Jana Reich, Romy Isselhard), die dann plötzlich zum Leben erwachen. Im Museum steigt Jojo Kühn aus einem Bild heraus und tanzt mit einem Besucher (Noah Zwetov). Dazu ertönen die Klänge einer Querflöte, die Livia Laufer live spielte.

Tatsächlich wird nicht nur getanzt, sondern auch gesungen. Karin Weiler hat in der Rolle der eitlen Broadway-Diva ein großes Solo. Besonders gefreut hat sich das Publikum über eine Väter-Töchter-Szene, bei der die Papas die Kinder in vielen Hebefiguren in die Luft gehoben haben. In den meisten Szenen gab es Ensemble-Tanz in verschiedenen großen Gruppen und mit Solisten. Aber es gab auch Einlagen, die an einen Revue-Tanz angelehnt waren.

Gegründet von Gardetänzern

Das erinnert auch an die Entstehung der Twisters. Zwölf frühere Gardemädchen der Ballettschule Elisa Grüner haben für ein Ehemaligentreffen 2002 einen Tanz einstudiert. Das hat ihnen so viel Spaß gemacht, dass sie den gemeinsamen Tanz fortführen wollten. Männer kamen auch dazu. Die neue Tanztruppe gab sich den Namen Twisters und wurde Teil der Schifferstadter Kolping-Familie, die die Tänzer vereinsrechtlich und organisatorisch unter ihre Fittiche nahm. Die Nachfrage war groß, und so wurden nach und nach die verschiedenen Jugend- und Kinderabteilungen gegründet.

Sieben verschiedene Gruppen gibt es heute. „Wir haben Wartelisten von Interessenten“, sagt Daniela Scheffner. Sie und ihr Mann Andreas haben als Paar an Tanzturnieren teilgenommen, Andreas Scheffner ist ausgebildeter Tanzsport-Trainer. Weitere Trainer sind Karin Weiler, Eva Heckmann und Justin Schnell. „Wir bieten das ganze Spektrum von Volkstanz, Gardetanz, Ballett bis Jazztanz“, sagt Daniela Scheffner, die selbst seit ihrem vierten Lebensjahr tanzt.

Insgesamt zählen die Twisters heute 174 Aktive. Bei den Tanzturnieren des Pfälzer Turnerbundes sind die Twisters regelmäßig auf den vorderen Plätzen mit dabei und treten dann beim „Rendezvous der Besten“ auf. Die erste eigene große Gala war 2018 die „Gala der Träume“, es folgte 2022 „Tanzpalast Twistoria – eine Reise durch die Zeit“ und jetzt die aktuelle Produktion „Eine Reise nach New York“, die zweimal im ausverkauften Palatinum gespielt wurde.

Noch Fragen?

Alle Infos zu den Twisters gibt es im Internet unter www.kolping-schifferstadt.de/twisters.html.

x