Rhein-Pfalz Kreis Wenn die Zeit still steht

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Mutterstadt. Florierendes Gewerbegebiet, reges Vereinsleben, geplante Neugestaltung der Ortsmitte: In Mutterstadt ist einiges los. Dennoch scheint bisweilen in dem Ort die Zeit stillzustehen. Zumindest könnte diesen Eindruck gewinnen, wer die genaue Tageszeit von der Uhr an der Ostseite des Wasserturms ablesen möchte: Die Zeiger dort geben seit Monaten 7.49 Uhr beziehungsweise 19.49 Uhr an – und zwar den lieben langen Tag,

Wie kommt’s? Der Zweckverband für Wasserversorgung Pfälzische Mittelrheingruppe in Schifferstadt müsste eigentlich Auskunft geben können, denn diesem gehört der 1931/32 erbaute und rund 51 Meter hohe Turm. Werkleiter Wolfgang Engler ist das Problem auch bekannt, dennoch verweist er an die Gemeindeverwaltung in Mutterstadt. Die sei aus historischen Gründen für die Wartung der vier Turmuhren zuständig, ähnlich wie bei den Kirchtürmen, informiert der Büroleiter Gemeindeverwaltung, Gunter Holzwarth. Gemeinsam mit Bürgermeister Hans-Dieter Schneider vermag er den Grund für das „Zeit-Phänomen“ zu kennen. Schuld hat demnach die Welle, die das Ziffernblatt mit dem Uhrwerk verbindet. „Sie ist verzogen“, erläutert der Verwaltungschef auf Nachfrage. Damit den Mutterstadtern in Zukunft auch beim Blick auf die östliche Seite des Wasserturms wieder zuverlässig die korrekte Uhrzeit angezeigt wird – und zwar nicht nur zweimal täglich für jeweils eine Minute, sondern rund um die Uhr –, werde die Uhr repariert. Schon in den kommenden Wochen sollen die defekten Teile ersetzt werden. Laut Schneider war es gar nicht so einfach, eine Firma aufzutreiben, die solche Arbeiten an dem betagten Uhrwerk noch ausführen kann. Dafür müssen nach Angaben des Bürgermeisters die Uhrzeiger samt Ziffernblatt abmontiert, die kaputte Welle ausgetauscht und anschließend wieder alles eingebaut werden – und das in schwindelerregender Höhe von etwa 40 Metern. Dazu werden die „Uhrmacher“ mit einem großen Steiger in die Luft gehen. Die Kosten für die geplante Reparatur der stehengebliebenen Turmuhr beziffert der Bürgermeister auf voraussichtlich 7000 Euro. Die Hälfte dieses Betrags bezahlt die Gemeinde Mutterstadt, die andere Hälfte finanziert der Zweckverband.

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