Rhein-Pfalz Kreis Wenn der Bus nicht kommt ...

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Mutterstadt. Vergeblich haben vor einigen Tagen zahlreiche RHEINPFALZ-Leser in Mutterstadt auf den Bus gewartet. Ursache waren unangekündigte Fahrplanänderungen mehrerer Linien. Diese mussten wegen der Sperrung der Speyerer Straße an der Ampelkreuzung in der Dorfmitte erfolgen. Gemeinde und Palatina Bus GmbH geben sich gegenseitig die Schuld an dem Chaos.

Der 4. Juli 2016 wird Berufspendlern, Schülern und anderen Fahrgästen wohl in schlechter Erinnerung bleiben. Denn an diesem Montag haben sie wie immer an den Mutterstadter Bushaltestellen gestanden und wie immer auf den Bus gewartet. Mit einem gravierenden Unterschied: Er kam nicht. Entsprechende Hinweise: Fehlanzeige – sowohl auf der Internetseite der Palatina Bus GmbH als auch an den betroffenen Haltestellen im Herzen des Großdorfs. Wer es umgekehrt irgendwie an Bord eines der Busse der Linien 571, 580, 581, 583 oder 585 geschafft hatte, sah sich mit dem Problem konfrontiert, dass dieser nicht die üblichen Haltestellen anfuhr – oder angeblich nicht anfahren durfte. Die Auskünfte der Busfahrer waren offenbar bisweilen widersprüchlich. Empörung, Frust und Gesprächsbedarf entluden sich bei der Gemeindeverwaltung und bei der Ludwigshafener Stelle des Busunternehmen, dessen Sitz in Edenkoben ist. Mit den Erklärungen waren die Betroffenen aber auch nicht hundertprozentig zufrieden, sehen Kommune und Transportanbieter doch jeweils die andere Seite in der Verantwortung. Wir haben nachgehakt. „Vor eineinhalb Wochen hat sich kurzfristig ergeben, dass wir die Einfahrt von der Kreuzung in die Speyerer Straße komplett sperren müssen. Das war eigentlich erst für den dritten Bauabschnitt der Ortskerngestaltung vorgesehen“, erläutert Daniel Bührle, Mitarbeiter des Mutterstadter Ordnungsamts, die zugrundeliegende Begebenheit. Der anstehende Abriss des Gebäudes an der Ecke Speyerer/Neustadter Straße habe das aber aus Sicherheitsgründen schon jetzt erforderlich gemacht. Für einen Hinweis im nächsten Amtsblatt habe die Zeit leider nicht mehr gereicht. Bei der Baustellenbesprechung Ende Juni seien Vertreter der Palatina Bus GmbH dabei und folglich rechzeitig informiert gewesen. „Sie wollten deswegen ihre Busse gleich so fahren lassen, wie es ab dem dritten Bauabschnitt geplant war und die Routen komplett umstellen. Die haben mir versichert, dass die Umleitungspläne stehen und die Fahrgastinformationen ausgehängt werden“, sagt Bührle. Doch als die Speyerer Straße am 4. Juli gesperrt wurde, herrschte Chaos. Manche Haltestellen wurden nicht mehr, andere nur unregelmäßig angefahren. „Da haben sich teilweise kuriose Dinge zugetragen“, fasst Bührle die Schilderungen betroffener Bürger zusammen. Als Beispiel nennt er von Bussen abgefahrene Spiegel in Straßen, wo trotz aller Umleitungen grundsätzlich kein Bus fahren sollte. Palatina Bus habe die Missstände aber mit Nachdruck beheben wollen. Das dauerte jedoch einige Tage, in denen die Informationslage für viele Fahrgäste unklar blieb. Das erklärt Palatina-Bus-Geschäftsführer Marcus Weigl mit dem Überraschungseffekt: „Wir wussten zwar von der Baustelle und der geplanten Sperrung der Speyerer Straße, der genaue Termin war aber unklar. Hätten wir ihn gekannt, hätten wir selbstverständlich die Umleitungsstrecken und Ersatzfahrpläne bekannt gemacht“, sagt er. Es habe ja im Wesentlichen schon alles bereitgelegen. Dann kam der 4. Juli. Im ersten Schritt habe der rollende Verkehr koordiniert werden müssen. Sprich: Es galt, die eigenen Fahrer und die der Subunternehmen zu erreichen und über die Änderungen zu informieren. Gleichzeitig mussten die vielen Rückmeldungen der Kunden bewältigt werden. „Dafür haben wir extra jemanden aus dem Betrieb in Edenkoben nach Ludwigshafen abgezogen“, erzählt Weigl. Daneben sei der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) in Kenntnis gesetzt worden, der eine Hotline anbietet. Außerdem mussten sämtliche Informationen auf die Website geladen werden. „Das Ganze hat leider bis Mittwoch gedauert. Das war eine undankbare Situation“, erklärt er. Die Auswirkungen seien bei einem so komplexen Punkt wie dem Mutterstadter Zentrum, durch das mehrere und stark frequentierte Buslinien verlaufen, natürlich gravierend.

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