Rhein-Pfalz Kreis Wenn der Atem stillsteht

Schnarchen kann ein Anzeichen für Schlafapnoe sein. Der Partner leidet unter dem Lärm, merkt so aber auch, wenn der Atem des Sch
Schnarchen kann ein Anzeichen für Schlafapnoe sein. Der Partner leidet unter dem Lärm, merkt so aber auch, wenn der Atem des Schlafenden plötzlich für längere Zeit stockt.

«Mutterstadt.»30 Sekunden lang Stille. Dann wird die Luft in einem Schwall lautstark ausgestoßen. Puuuuhhhh. Und das mehrmals pro Nacht. Oftmals bekommt der Schlafende davon nichts mit. Nur der Bettnachbar erwacht. So war es auch bei Birgit Schmitt. Ihrem Mann ist aufgefallen, dass sie nachts Atemaussetzer hat, die Luft danach angestrengt ausstößt. Birgit Schmitt ging zum Arzt. Die Diagnose: Schlafapnoe. Bis zu 100 Atemstillstände pro Nacht, manche sogar 30 Sekunden lang – das ergab die Untersuchung der Mutterstadterin im Schlaflabor. Mehr als 15 Jahre ist das her. 2004 hat Schmitt in ihrem Heimatort eine Selbsthilfegruppe für Erkrankte gegründet. Sie will aufklären, die Krankheit bekannter machen und Wege aufzeigen, gut mit dem Syndrom zu leben. Denn Schlafapnoe bleibt nicht folgenlos. Die Sauerstoffzufuhr ist gestört, deshalb kommt es oft zu Folgebeschwerden wie Bluthochdruck, Herzproblemen, Konzentrationsstörungen oder depressiven Verstimmungen. Der Schlaf, erzählt die 59-Jährige, sei nicht erholsam. „Man wacht nach zwölf Stunden vermeintlichen Schlafs auf und ist völlig erschöpft.“ Tagesmüdigkeit gehört daher zu den häufigsten Symptomen. Verursacht wird die Krankheit durch eine Verengung der Atemwege oder einer Art Fehlsteuerung der Atemmuskeln. Aber auch Kieferfehlstellungen und Übergewicht können den Atemwiderstand verstärken. Reicht die Kraft der Muskeln nicht aus, kommt es zu den Atemaussetzern. Die werden bei einer schweren Apnoe über eine Atemmaske – entweder nur über der Nase liegend oder in Vollgesicht-Variante – therapiert. Sie ist an ein Gerät angeschlossen, dass mit Überdruck arbeitet. Die Raumluft wird über einen Schlauch an den Patienten weitergegeben. So wird der Kopf auch bei den Atemaussetzern ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Betroffene hätten anfangs oft Probleme mit den Masken, weiß Schmitt. Sie berät dazu in der Gruppe, aber auch außerhalb der Treffen. Denn das Tragen der Maske ist wichtig, um die Folgeerscheinungen zu bekämpfen. „Die Leute leiden oft schon viele Jahre unter der Krankheit – ohne es zu wissen.“ Ihre Erfahrung: Die Lebensqualität steige mit der Maske wieder. Welche medizinischen Möglichkeiten es gibt, wird in diesem Jahr auch wieder bei der Gesundheitsmesse in Mutterstadt vorgestellt. Die Selbsthilfegruppe organisiert sie zum neunten Mal im Palatinum. Birgit Schmitt und Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD) eröffnen sie am Samstag um 10 Uhr. Vertreten sind zum Beispiel Gerätehersteller rund ums Thema Schlafapnoe. „Aber es geht auch um andere Themen“, betont Schmitt. „Es ist eine Messe rund ums Thema Gesundheit.“ Verschiedene Aussteller informieren breit gefächert. Hierbei spannt sich der Bogen von A wie Apotheke über M wie Magnetschmuck und O wie Osteopathie bis hin zu Z wie Zirkulation des Bluts. In einem Nebenraum werden Fachvorträge gehalten. Die Referenten greifen teils Themen aus der Ausstellung auf. So spricht Thorsten Eggers, Heilpraktiker und Osteopath, über „Was ist Osteopathie?“. Weitere Vorträge befassen sich mit dem Blutkreislauf, speziell mit der Mikrozirkulation, sowie der „Lebensqualität trotz Arthrose“. Nach jedem Vortrag gibt es laut Schmitt entsprechend Zeit für Fragen. Speziell für Betroffene der Schlafapnoe werden in einem Vortrag die neuesten technischen Entwicklungen in Sachen Beatmungsgeräten und Masken vorgestellt. Termin Gesundheitsmesse, Samstag, 9. März, 10 bis 17 Uhr, Palatinum Mutterstadt, Bohligstraße. Der Eintritt ist kostenlos.

Über die Maske wird bei Atemaussetzern der Betroffenen Luft in die Nase gepumpt.
Über die Maske wird bei Atemaussetzern der Betroffenen Luft in die Nase gepumpt.
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